Schnitzlers großer Zeitroman entwirft ein breitgefächertes Panorama vom Leben in der Wiener Gesellschaft des Fin de siecle. Im Rahmen einer höchst modernen Wahrnehmung des Nebeneinander, die sich jeder eindeutigen Bewertung der Figuren und ihresVerhaltens verweigert, werden die Aussichten der Liebe und der Kunst am Beginn der Moderne erkundet. Am Beispiel des allgegenwärtigen Antisemitismus verfolgt Schnitzlers Zeitporträt aber auch den sich dramatisch verschärfenden Prozeß einer kulturellen Ausdiferenzierung im Innern einer sozialen Gemeinschaft und erörtert vor diesem Hintergrund die Fragen nach dem Selbstverständnis des Einzelnen und nach einer spezifisch jüdischen Identität.
Neue Extraausgaben von Schnitzlers "Der Weg ins Freie" und einem Erzählband ("Fräulein Else und andere Erzählungen") nimmt Franz Schuh zum Anlass, über die "traditionelle Skepsis dem Erzählen gegenüber" nachzusinnen. Adornos "Choc" angesichts der Selbstverständlichkeit des Erzählens bei Schnitzler, kann Schuh nicht nachvollziehen. Die wunderbare Erfindung des inneren Monologs, die Schnitzler in unsere Literatur "einführte", das Wegdriften in Gedanken- und Empfindungsflüssen. Das Mitleben des Lesers, da die Tatsache, dass erzählt wird, im Erzählfluss untergeht: Dies, schwärmt Schuh, sei die Unmittelbarkeit, die die Ideologen des Erzählens ja auch erreichen wollen, "aber weil sie ständig ihr Erzählen in die Waagschale werfen, muss ich ihnen zurufen: 'Erzählt mir nichts!'".
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