Blumenbar Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783351051389 Gebunden, 383 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Eriko hat einen prestigeträchtigen Job in einer Handelsfirma und ein makelloses Leben, doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine alles verzehrende Einsamkeit. Sie ist fasziniert von Shoko, einer Hausfrau, die wie eine Katze in den Tag hineinlebt und in ihrem Lifestyle-Blog "Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau" von ihrem hausfrauenunüblichen Alltag berichtet. Als die beiden sich zufällig kennenlernen, entsteht eine besondere Verbindung, die jedoch eine toxische Wendung nimmt, als Shoko plötzlich aufhört zu bloggen und verschwindet. Sie geraten in einen Strudel der Besessenheit, der eine Spur der Verwüstung hinterlässt.
Meistens liest Rezensentin Johanna Treblin eher von männlichen Stalkern, doch im neuen Roman von Asako Yuzuki ist es mit Eriko eine Frau, die der Bloggerin Shoko nachstellt. Shoko ist Hausfrau, sie bloggt darüber, was sie erlebt, was sie isst, wo sie hingeht, Eriko macht ihr alles nach - es wird zunehmend grotesker, informiert uns die Kritikerin. So fädelt Enriko etwa ein scheinbar zufälliges Treffen ein, um eine Freundschaft mit Shoko aufzubauen, aus der eine Beziehung und zugleich eine große Konkurrenz werde. Treblin staunt über die gelungene Metapher, die Yuzuki gefunden hat: Der Viktoriabarsch, der alle anderen Arten verdrängt und am Ende Kannibalismus betreibt, wird hier analog zu Menschen verstanden, die sich so nahekommen, dass sie einander zerstören. Und obwohl sie Stalking ganz klar als falsch einsortiert, vermag es die Autorin, die Beweggründe der beiden Frauen auf der Suche nach Freundschaft mit einem präzisen Blick für die patriarchale japanische Gesellschaft einzuordnen, freut sich die zufriedene Kritikerin.
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