Mit einem Nachwort von Katharina Prager. Mit einem Essay von Rainer Moritz. Eine literarische Wiederentdeckung im besten Sinne, zum hundertjährigen Erscheinungsjubiläum neu aufgelegt! Als Toni Muhr im Herbst 1916 aus dem Krieg nach Wien zurückkehrt, wird gerade Kaiser Franz Joseph I. feierlich zu Grabe getragen. Auch sonst scheint Tonis Welt aus den Fugen zu geraten: Sein Arbeitgeber hat ganz offensichtlich das chemische Patent, das er ihm kurz vor seinem Einzug zum Wehrdienst vergebens zum Kauf angeboten hatte, einfach selbst angemeldet und damit während Tonis zweijähriger Abwesenheit einen sagenhaften Reichtum erwirtschaftet. Und Tonis Ehefrau Lauretta verhält sich zunehmend merkwürdig - betrügt sie ihn etwa mit seinem Chef?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2023
Eine lohnenswerte Wiederentdeckung, freut sich Rezensent Alexander Kosenina über die hundert Jahre alte k.u.k-Untergangsgeschichte von Paul Zifferer. Der Sohn einer jüdischen Familie aus Mähren verfasste eine Parodie auf das Ende von Österreich-Ungarn, die mit Heinrich Manns Untergangs-Romanen des deutschen Kaiserreichs vergleichbar ist, lobt der Kritiker. Die Stärke Zifferers liegt für ihn in der feinen Analyse gesellschaftlicher Antagonismen, die der Autor besonders im wachsenden Antisemitismus spiegele. Wie gespannt im multikulturellen Habsburger Staatengebilde 1916 das Verhältnis zwischen Bourgeoisie und Bürgertum war, legt Zifferer mit dem Dreh zur Rolle des Journalismus präzise offen, schließt er.
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