Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Indien als "neue Supermacht" rückt in den Fokus der westlichen Wirtschaft - auch als Alternative zu China. Der Ökonom Ashoka Mody sieht diese Hoffnungen kritisch und stellt den Wachstumshype um Indien in Frage. Trotz vieler Reformversprechen seit der Unabhängigkeit 1947 und anhaltendem Wirtschaftsboom kann nur eine kleine Elite vom Wohlstand profitieren und ein großer Teil der Inderinnen und Inder lebt in Armut. Unterbeschäftigung, schlechte Bildung und ein marodes Gesundheitssystem belasten die Bevölkerung. In der Politik herrschen Korruption und Egoismus vor. Mit der Hindutva-Ideologie erstarkt ein zunehmend gewalttätiger Nationalismus. Ashoka Mody präsentiert eine historische Erzählung und Insiderblick auf die Wirtschaft und Gesellschaft des Landes und hält fest, was sich ändern muss für eine bessere Zukunft Indiens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2025
Rezensentin Sara Wagener findet einige Mängel in Ashoka Modys Buch, das die indische Geschichte seit der Unabhängigkeit nachzeichnet und politische wie gesellschaftliche Verfehlungen aufzeigt. Inwieweit Nachrichten über wirtschaftlichen Aufschwung nur ein sehr unvollständiges Bild abgeben, vermittelt der Autor Wagener ebenso wie er analytisch Bildung, Kindersterblichkeit und Arbeitslosigkeit ins Spiel bringt und die tatsächlichen Lebenssituationen Einzelner beschreibt. Das Ergebnis ist erschütternd, erkennt Wagener. Sichtbar wird ein Land, in dem die Korruption grassiert und gesellschaftliche Normen und Rechte ausgehöhlt werden. Auch wenn Mody ihr mitunter etwas polemisch und die Darstellung ab und zu recht sprunghaft erscheint, lässt sich das Buch mit einigem Vorwissen mit Gewinn lesen, findet Wagener.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2024
Ein kluges Buch, das einseitig ökonomistische Ansätze relativiert, hat Ashoka Mody laut Rezensent Nicolas Kurzawa geschrieben. Mody, selbst Ökonom, wendet sich darin, lesen wir, gegen Narrative, die Indien bereits auf dem Weg zur neuen Weltmacht sehen und verweist stattdessen auf Probleme wie das Bevölkerungswachstum, für das keine angemessene Zahl von Arbeitsplätzen besteht, die grassierende Korruption und Schlimmeres in der politischen Sphäre sowie das marode Bildungssystem. Das Buch setzt, beschreibt Kurzawa, 1947 an und zeichnet nach, wie immer wieder einzelne Politiker, deren Motive klug analysiert werden, das Land an die Schwelle der Autokratie führten. Kurzawa lobt Mody dafür, nicht nur das Bruttoinlandsprodukt im Blick zu haben, sondern auch Daten, die darüber Aufschluss geben, wie und ob die Bevölkerung vom Wachstum der Wirtschaft des Landes profitiert. Insgesamt gelinge es dem Autor zu zeigen, wie sich in dem riesigen Land Indien Individuum und Gesellschaft sich zueinander verhalten.
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