Asma Mhalla

Cyberpunk

Das neue totalitäre System
Cover: Cyberpunk
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406853128
Kartoniert, 137 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Stephanie Singh. Asma Mhalla beschreibt die politischen Entwicklungen unserer Zeit: Ein hybrides, technopolitisches Regime ist am Werk, das einerseits eine große Show inszeniert, während im Hintergrund das System programmiert wird. Sein Einfluss breitet sich still und leise global aus, gestaltet die Demokratie um und kolonisiert Körper wie Geist. Um den aktuellen Verfall der liberalen Demokratie zu verstehen, hilft laut Mhalla kein Rückgriff auf die 1920er- und 1930er-Jahre. Stattdessen führt sie uns in die dystopische Welt der Science-Fiction: in stahlharte technologische Gehäuse, in denen desillusionierte Individuen durch apokalyptische Städte irren und von hochzentralisierten Autoritäten mittels KI-Systemen gesteuert werden. Blade Runner und Matrix lassen grüßen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.07.2026

Fulminant und beängstigend ist das, findet Rezensent Jakob Hayner, was Asma Mhalla, Star der französischen Politikwissenschaft, über unser aller Zukunft aufschreiben. Cyberpunk ist laut Mhalla nicht länger ein literarisches Genre, sondern schlicht die Welt, in der wir leben. An Hannah Arendt, Baudrillard, aber auch neuere Autoren wie Hito Steyerl und Shoshana Zuboff anschließend, argumentiert Mhalla, dass ein antipolitisches Bündnis aus Big Tech und Big State die Welt im Griff hat, Algorithmen machen die Bevölkerung gefügig, Profiteure sind eine kleine Elitekaste. So etwas altmodisches wie Gedankenpolizei braucht es gar nicht, da die Technik eh alle gleichschaltet. Gibt es noch Hoffnung? Sicher nicht in der europäischen Politik, glaubt die Autorin, die ihren Lesern stattdessen "tägliche Übungen kognitiver Hygiene" anempfiehlt. Hayner kann mit der Argumentation und erst recht dem forschen Schreibstil dieser Streitschrift einiges anfangen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.07.2026

Vera Linß liest den Essay der Politikwissenschaftlerin Asma Mhalla als eine Art aufrüttelnde Schocktherapie, der man sich unterziehen sollte. Laut Linß könnte das im besten Fall zu mehr Resilienz beim Leser gegen Demokratieverlust und digitale Allmacht führen. Linß selbst fällt beim Lesen von einem Schock in den nächsten, macht ihr die Autorin doch zunächst nicht viel Hoffnung. Für Mhalla ist der Umbau der Gesellschaften zu antidemokratischen Techdiktaturen bereits weit fortgeschritten. Die Autorin illustriert das mit Hilfe von Elementen aus dem Cyberpunk und Bezugspunkten wie "Blade Runner" und "1984". Dass am Schluss des Bandes doch noch Vorschläge für eine bessere Welt stehen, empfindet Linß als große Erleichterung.

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