Wem kann man noch trauen? Der Regierung? Den Wirtschaftsunternehmen? Den Medien? Das Vertrauen in die Institutionen und ihre Führungskräfte ist auf einem historischen Tiefststand. Andererseits handeln wir mit digitalen Währungen, vertrauen Bots, unterhalten uns mit Smart Speakern. Die Vertrauensforscherin Rachel Botsman erklärt diesen von innovativen Technologien getriebenen Paradigmenwechsel. Sie beschreibt, wie sich die Welt in einem Zeitalter des "verteilten Vertrauens" neu ordnet. Worauf es jetzt ankommt? Untereinander, unseren Mitmenschen, Kunden und Firmenpartnern Vertrauensbrücken zu bauen, um die entstandenen Vertrauenslücken zu überwinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2020
Vielversprechend findet Rezensent Philipp Krohn den Ansatz der britischen Wissenschaftspublizistin Rachel Botsman, die die digitale Transformation nicht nur aus technologischer Perspektive betrachtet, sondern auch aus einer mentalen, wie Krohn erklärt: Mit Blick auf die großen Ökonomie-Skandale (VW, Panama Papers, Deepwater Horizon) sieht sie das Vertrauen in die wirtschaftlichen und Politischen Eliten schwinden, während das in Fremde wachse. Interessant findet der Rezensent, wie sachlich Botsman etwa eine gelungene Vertrauensbildung bei Alibaba, Blablacar und Airbnb analysiere, eine misslungene dagegen bei Facebook, Uber und Bitcoin. Lustig, wie trocken Krohn auch Botsmans Arbeitsweise kommentiert, andere Autoren als Stichwortgeber auszuschlachten und dann nicht weiter zu beachten: "Ein sympathischer, dem Journalismus verwandter Ansatz."
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