Pit Rehbein stirbt als erster. Unter der Hitze dieses Sommers ist die grelle Schminke in seinen Gesicht schon verlaufen, als die junge Kommissarin Ina Henkel am Tatort eintrifft. Warum trägt der Tote Make-up, und was hat die rätselhafte Notiz zu bedeuten, die er in seiner Hose versteckt hat?
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Paprotta ist erkennbar bemüht, Außenseiter der Gesellschaft ins Zentrum ihrer Geschichte zu rücken, ohne dass sie dabei je in die Gefilde der Sozialreportage abrutschte. Alles in allem ist "Die ungeschminkte Wahrheit" so ungefähr das literarische Pendant einer gelungenen "Tatort"-Folge - und damit besser als der größte Teil der literarischen Krimiproduktion aus deutschen Landen... Lesen Sie mehr von Ekkehard Knörer in 'Mord und Ratschlag'
Tobias Gohlis hat zwei Kriminalromane gelesen, die ihn beide durch die "Verstörung" überzeugen, die die darin evozierten Bilder bei den Lesern auszulösen vermögen. In Astrid Paprottas "Die ungeschminkte Wahrheit", ihrem dritten Krimi, geht es um eine Serie von Morden an Obdachlosen in einer namenlosen Großstadt, erklärt der Rezensent. Ihm imponiert die an der Aufklärung der Verbrechen arbeitenden Kommissarin Ina Henkel, die nicht vergessen kann, dass sie einen Menschen erschossen hat, und er glaubt, dass gerade ihre bewahrten kindlichen Eigenschaften von "Trotz", "Neugier" und "Empfindsamkeit" sie besonders für die Wahrnehmung des Schrecklichen empfänglich machen. Das Krimigenre, das von Haus aus "ästhetisch" eine riskante Gratwanderung zwischen "Sensationsgier und Öffnung des Blicks" darstellt, läuft stets auch Gefahr, zum Kitsch zu werden, meint Gohlis, der diesem Kriminalroman allerdings bescheinigt, die "wirklich dunkle Seite der schönen globalisierten Gegenwart" eingefangen zu haben, dessen Bilder noch lange haften bleiben.
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