Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2018
Rezensent Martin Halter kann sich nicht zu einem eindeutigen Urteil über Heinrich Stehfests "Büglerin" durchringen. Nicht so anstrengend und "abstrus" wie Steinfests letzter Roman, aber einmal mehr auf Plot, Logik und Genres pfeifend, erzählt ihm der Autor hier die Geschichte einer nicht mehr ganz jungen Frau, die, nachdem ihre Nichte in ihrem Beisein von einem Amokläufer erschossen wurde, ihre Karriere als Meeresbiologin an den Nagel hängt, um als Haushaltshilfe fortan bügelnd Buße zu tun. Zwischen "Krimi, Mystery, Science-Fiction und Satire" switchend und mit schwarzem Wiener Humor, "skurrilen Aphorismen" und grotesken Einfällen überdosiert, meint der Rezensent schließlich achselzuckend: Muss man mögen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.03.2018
Petra Pluwatsch nimmt sich Zeit für den neuen Roman von Heinrich Steinfest. Nach etwas langwieriger Lektüre wird sie belohnt. Mit einer Geschichte um Schuld und Verzeihen und Tod, schreibt sie. Dass es so lange dauert, liegt laut Pluwatsch daran, dass sich der Autor nicht beschränken mag und einfach alles in seine fantastisch-realistischen Texte hineinpackt. Ein vielschichtiges, anrührendes, schillerndes Buch, findet die Rezensentin, auch wenn sie etwas warten muss, bis das Geheimnis der Protagonistin gelüftet wird.
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