Herausgegeben von Hans Otto Hemmer und Hartmut Simon.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.11.2000
Daniel Herrmann hat dieses Buch ganz offensichtlich mit großem Gewinn gelesen, zumal es in heutiger Zeit - wie er andeutet - Gewerkschafter wie Kluncker nicht mehr gibt: "Laut, direkt, charismatisch". Und auch wenn das Buch in einem gewerkschaftseigenen Verlag erschienen ist, so habe man nichts beschönigt. Auch die "kontroversen Kapitel" in Klunckers Biografie werden nicht ausgespart. So spreche Kluncker offen über seine jugendliche Begeisterung für den Nationalsozialismus, ohne sich dabei in fadenscheinige Ausreden zu flüchten. Aber auch über seine Hilfe bei der Rettung des Eigentums eines jüdischen Ehepaares oder seine Desertation erfährt der Leser nach Herrmann einiges. Lesenswert findet der Rezensent darüber hinaus Klunckers klare Worte zu Politikern, etwa über Willy Brandt oder Oskar Lafontaine. Letzterer kommt dabei nicht besonders gut weg. Sein Verhalten gegenüber Scharping bei der Wiederwahl zum Parteivorsitzenden habe ihn `abgestoßen`, so Kluncker, der Lafontaine sogar als `Machterotiker mit populistischen Neigungen` bezeichnet. Nicht zuletzt erfahre der Leser, so Herrmann, viele "vergnügliche Geschichten" aus Klunckers Jugend, so etwa, dass er seine erste Stelle bei der ÖTV in erster Linie seinen Sangeskünsten zu verdanken hatte.
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