Barbara Beßlich untersucht das Napoleon-Bild und den Napoleon-Mythos in Deutschland von 1800 bis 1945 in einer interdisziplinären Studie. Die einen sahen in ihm den Befreier und Schöpfer des modernen Europa, anderen erschien er als Tyrann, dessen gigantomanische Feldzüge Hunderttausenden das Leben kosteten. Im Spiegel dieses Mannes erscheinen die unterschiedlichen politischen Einstellungen von Dichtern und Denkern von Hölderlin und Kleist über Nietzsche und George bis zu Thomas Mann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2007
Verdienstvoll findet Johannes Willms die Habilitationsschrift der Germanistin Barabara Beßlich aus zwei Gründen: Als Germanistin füllt die Autorin eine Forschungslücke, die eigentlich auf das Konto der Geschichtsschreibung geht, indem sie Napoleon dem Anekdotischen entreißt und "archäologisch rekonstruiert". Und sie beleuchtet einen beinahe vergessenen "Aspekt der deutschen Ideologiegeschichte". Beßlichs Darstellung verfolgt Willms aufmerksam. Von der politischen Indienstnahme im Vormärz und der "Heldenverehrung" durch die Romantiker bis zum "perversesten deutschen Napoleonbild" im Nationalsozialismus. Und er dankt der Autorin für die Befreiung des kleinen und mächtigen Mannes aus dem Wachsfigurenkabinett der Geschichte.
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