Absolute Freiheit des Künstlers und "abenteuernde Weltkindlichkeit" nahm Thomas Mann zeitlebens für sich in Anspruch, doch mit gleicher Beharrlichkeit erwies er sich als Mann der Kontinuitäten. Eine kurze Geschichte seiner einzigartigen lebenslänglichen Verbundenheit mit Samuel Fischers Verlag erzählt Barbara Hoffmeister. Sie berichtet vom Wechselspiel zwischen Autor und Verleger, von anschwellenden und nicht gekürzten Manuskripten, kriegerischen Bocksgesängen oder der Einübung in die Weimarer Demokratie. Außerdem liest sie die nackten Zahlen, schildert Ängste und Anfechtungen, gemeinsame Erfolge und trennende Zerreißproben in einer schicksalshaften persönlichen Verflechtung noch über die Kindergenerationen und die Exilexistenz von Verlag und Autor auf verschiedenen Kontinenten hinweg.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2025
Im Einzelnen mit Interesse, insgesamt gesehen aber mit leiser Enttäuschung liest Lothar Müller dieses Bändchen. Der Titel verspricht zu viel. Das Buch hört mit dem Tod Samuel Fischers im Jahr 1934 mehr oder weniger auf, so Müller. Aber die Beziehung Manns zum Fischer Verlag dauerte sein Leben lang. Und noch etwas kommt hinzu, so Müller: Mann ist jetzt siebzig Jahre tot - damit werden die Werke gemeinfrei, die Exklusivrechte des S. Fischer Verlags erlöschen zum 1. Januar 2026. Es wäre also durchaus Zeit für eine Bilanz des langen Treueverhältnisses zwischen Mann und dem Verlag. Was Hoffmeister aber über die frühe Beziehung Manns zu Samuel Fischer, über den Erfolg der "Buddenbrooks" und weiteres Personal von Manns frühem Ruhm erzählt, findet Müller sehr beachtenswert.
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