In vielen Frauenklöstern finden derzeit große Veränderungen statt: Schwestern diskutieren über das Ordenskleid und den Schleier, über Freundschaft, Nähe und Distanz, über Hierarchien und Macht. Sie wandeln auf alten Pfaden und beschreiten zugleich neue Wege. Die dichte Beschreibung der Alltagskultur katholischer Ordensfrauen eröffnet Einblicke in bisher unbekannte Welten. Auf der Basis von Teilnehmender Beobachtung, lebensgeschichtlichen Erzählungen und Quellen aus Archiven legt Gertrud Hüwelmeier eine Ethnographie vor, in der Geschichte und Erinnerung, soziale Ordnung und religiöse Praktiken, Rituale klösterlichen Lebens und die Re-Interpretation der Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam untersucht werden. Es entstehen facettenreiche Bilder der Lebenswelten von Ordensfrauen, weiblichen Akteuren, die von der sozialwissenschaftlichen Forschung bisher kaum beachtet wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2004
Eberhard Rathgeb findet dieses Buch von Gertrud Hüwelmeier, die in der Schule einmal selber von Ordensschwestern unterrichtet wurde, lobenswert - wenn auch mit deutlich ironischem Unterton: In einer Zeit, in der immer weniger Westeuropäer einer Ordensgemeinschaft beitreten wollen, erinnere sie mit ihren Schilderungen des Alltags der "Armen Dienstmägde Jesu Christi" im "Mutterhaus" des Ordens, dem "Kloster Maria Hilf" in Dernbach im Westerwald, an die "heilsame Welt der Seligen". Hüwelmeier habe mit dem Buch sowohl den "unverzagten Schwestern" einen schwesterlichen, als auch "uns verzagten Brüdern" einen hilfreichen Dienst erwiesen. Denn trotz der den Schwestern zugetanen Schilderungen, so darf man das wohl verstehen, wissen wir, die wir nicht im Kloster leben, nun auch, was wir verpassen. Rathgeb: "Die Frauen stehen um 5 Uhr auf, versenken sich in Betrachtungen und lesen die Laudes. Um 7 Uhr gehen sie gemeinsam in die Kirche zur Messe. Frühstück. Darauf arbeiten. Mittagsgebet, Mittagessen. Weiterarbeiten. Um 18 Uhr versammeln sich die Schwestern zur Abendandacht. Nachtgebet. Nachtruhe um 21 Uhr. Die Schwestern schauen dann noch Fernsehen (muß das sein?), machen ihre Handarbeit, lesen Zeitung."
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