Die Auswahl möchte einen Überblick über ein inhaltlich und methodisch weit gespanntes, häufig von Philosophie und Literatur inspiriertes künstlerisches Oeuvre geben. Im Blick auf die klassischen Felder der Kunstgeschichte ist der "wissenschaftliche" Ausgangspunkt stets die Gegenwart. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Auseinandersetzung mit den Avantgarden der Moderne seit dem 19. Jahrhundert und dem Paradigmenwechsel in der "Nach-Moderne". Mit einigen jüngeren Beiträgen zur Thematik des "Pictorial Turn" öffnet sich der Autor explizit zeitgenössischen Diskursen und erinnert damit an die Prozessualität und Unabschließbarkeit des kunsthistorischen Denkens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2007
Große Begeisterung haben diese Essays von Beat Wyss bei Rezensent Niklas Maak in der FAZ am Sonntag ausgelöst. Sie sind für ihn ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie ein "brillanter literarischer Kunstessayismus" aussehen kann. Zudem zählt er den Band zu wenigen Publikation, die aus der Flut von mediokren bis schlechten Kunstbüchern in diesem Herbst wirklich herausragen. Die Texte von Wyss scheinen ihm in der deutschen Kunstwissenschaft "einmalig" insofern, als sie die Gattungsgrenze in Richtung Literatur sprengen. Bei der Lektüre von Aufsätzen über die "Hochkultur des Pop" oder die "Ikonographie des Unsichtbaren" fühlt sich Maak an Roland Barthes' und Susan Sontags Blick auf Gegenwartsphänomene erinnert. Er attestiert Wyss jedenfalls, eine "politische Ästhetik" zu entwerfen, die dem Leser ein Verständnis der "Bildcodes der Gegenwart" ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2007
Selbst bei akademischen Themen zur Kunstgeschichte könne man bei Beat Wyss mit überraschenden Gedanken rechnen, zeigt sich Rezensentin Edith Krebs beeindruckt. Sein eigentliches Metier sei hingegen der aktuelle gesellschaftliche Kontext von Kunst- und Alltagsphänomen. Hier attestiert die Rezensentin einen "flotten" Stil, zugleich aber auch eine Neigung zur apodiktischen Formulierung. Der erste Teil der Anthologie präsentiere Aufsätze zur frühen Moderne und ihrem politischen Umfeld, zu Oskar Schlemmer, Willi Baumeister oder der amerikanischen Kulturpolitik während des Zweiten Weltkrieges. Der zweite Teil erinnert die Rezensentin an Roland Barthes' "Mythen des Alltags", wenn Beat Wyss über Mode, Körperkultur oder das Verschwinden des Dandys schreibe. Zurückhaltend sei Wyss' Haltung in einem Artikel zur Flick-Collection, wo er auf die gleichermaßen gewaltsam angeeigneten Kunstschätze Venedigs verweise. Im letzten Teil seien kunsthistorische Aufsätze im engeren Sinne gesammelt, zu Alois Riegel, Erwin Panofsky oder etwa zur Geschichte des Denkmals.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…