Beatriz Colomina, Mark Anthony Wigley

We the Bacteria

Notes Toward Biotic Architecture
Cover: We the Bacteria
Lars Müller Publishers, Zürich 2025
ISBN 9783037787830
Paperback, 352 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

In englischer Sprache. The sequel to the authors' "Are We Human?", this provocative book is an urgent manifesto for an alternative architectural philosophy. It treats bacteria as the real architects, construction workers, maintenance crews and inhabitants of buildings. Colomina and Wigley draw on the latest research into microbes to rethink the past and possible futures of the built environment. The book explores the intimate entanglements of the microbes within bodies and buildings over the last 10,000 years, culminating in the antibiotic philosophy of contemporary architecture. The diseases of our time are diseases of the built environment. The deadly combination of rapidly declining microbial diversity and rising antibiotic-resistant bacteria is as great a threat as climate change. Hostility to bacteria has to give way to new forms of hospitality from a more symbiotic architecture that learns from bacteria, embracing them and reconnecting with soil, plants and other species. Buildings based on fear of bacteria, which is to say fear of life itself, must give way to buildings learning from models of coexistence based on bacteria themselves. The main goal of the book is to rethink the very idea of shelter in terms of forms of inclusion rather than prophylactic forms of exclusion.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2026

Rezensentin Brigitte Werneburg lässt sich gerne von diesem architekturgeschichtlichen Manifest der Architektin und des Architekturkritikers über die zukunftsweisende Rolle von Bakterien anstecken. Darin liest Werneburg von der eng miteinander verzahnten Rolle, die die Architektur seither mit Krankheiten verursachenden Mikroben verbindet; die Geschichte des Städtebaus zeigt sich ihr als Geschichte des Umgangs mit Seuchen. Reinigungssysteme und Zugang zu sauberem Trinkwasser sind demnach nur Reaktionen auf eine der zahlreichen Pandemien des 19. Jahrhunderts und Sanatorien avancierten nach ihrer Kur-Funktion zu Orten, die bloß aufgrund ihrer ästhetisch ansprechenden Architektur besucht wurden, erfährt die Kritikerin. Die bakterienbefreite, moderne Architektur zog lediglich eine Abnahme mikrobieller Vielfalt und Zunahme bakterieller Antibiotikaresistenz nach sich, die unser Immunsystem langfristig gefährdet, weshalb wir künftig mit der Kultivierung positiver Bakterien planen und bauen müssen, liest Werneburg weiter. So gut recherchiert und schlüssig all die Ideen und Erklärungen auch sind, mangelt es dem Text leider an konkreten Anweisungen und Anwendungsbeispielen, bemängelt die Rezensentin die ansonsten sehr aufschlussreiche Lektüre. 

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