Aus dem Spanischen von Bettina Engels und Karen Genschow. Eine Analyse von Hefners architektonischen Konzepten für Single-Apartments und Retortenvillen, in denen die Playboy- Bunnies wohnen und eine bahnbrechende Studie darüber, wie der Playboy mediale Entwicklungen vorwegnahm, die heute in der Form von Reality-TV und Internet- Striptease wiederkehren. Seit seinen Anfängen wurden im Playboy (innen-)architektonische Konzeptionen entwickelt, die aus unserem täglichen Leben heute nicht mehr wegzudenken sind: Für seine idealen Single-Apartments dachte sich Playboy-Gründer Hugh Hefner die offene "küchenlose Küche" aus damit dort, im Zentrum der Wohnung, nie mehr wieder eine (einzige) Frau ihr Reich errichten und mit dem Kochlöffel das Leben des Mannes bestimmen konnte. Komfortable und mit diversen Schaltkreisen ausgestattete Betten, die sich nicht nur zum Herumlümmeln, sondern auch dazu eigneten, auf Knopfdruck und ohne aufzustehen Positionen zu wechseln und fernzusehen, gehörten ebenso zur häuslichen Grundausstattung eines echten Playboys.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2012
Von der Kulturwissenschaftlerin Beatriz Preciado lässt sich Rezensent Thomas Fechner-Smarsly gerne durch das erotomanische Labyrinth der Hefnerschen Mansion führen. Genauer: durch die vom Playboy propagierte wiederzugewinnende Gestaltungshoheit des Mannes und ihre Auswüchse. Was Preciado in ihrem Buch über Erotik und Architektur und ihre mediale Zusammenführung zutage fördert, liest sich laut Rezensent oft überraschend und fast immer unterhaltsam (wie auch nicht, bei dem Thema!). Fast, denn Foucaults Theorien und Diktion, deren sich die Autorin bedient, machen es Fechner-Smarsly manchmal schwer, dem Text so ohne weiteres zu folgen. Genug Aufschlussreiches über den Gesinnungswandel in unserer Gesellschaft erfährt er aber allemal.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012
Auch wenn Beatriz Preciado eher einen recht theoretischen Jargon pflegt und auf eine Bebilderung verzichtet, ist diese Studie über den Playboy keine freudlose Angelegenheit, versichert Johan Schloemann. Die Zeitschrift hatte Ende der sechziger Jahre sechs Millionen Leser, die er nicht nur mit Playmates bediente, sondern auch mit großen Reportagen und Artikeln über Architektur, Fernsehen und Gesellschaft. Dabei überzeugt die Queer-Philosophin Preciado Schloemann mit vielen interessanten Beobachtungen, vor allem zu der wichtigen Rolle, die der Playboy dabei spielte, den städtischen Innenraum in den USA als Domäne des heterosexuellen, hedonistischen Junggesellen zu etablieren. Allerdings sagt Schloemann nichts dazu, ob dies alles nur für die USA gilt, und wie sich die Dinge in Europa zugetragen haben, wo die Bedeutung des Playboys und der Stadt ewas anders gelagert waren.
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