Ohne die schützende Hand der USA würde die Welt im Chaos versinken, heißt es oft. Bernd Greiner unterzieht diese These einem Praxistest. Wie sehen die Weltgegenden anschließend aus, in denen Washington seit 1945 eingegriffen hat? Die Bilanz ist ernüchternd. Die Vereinigten Staaten haben die meisten Kriege geführt, sie sind Spitzenreiter beim Sturz missliebiger, auch demokratisch gewählter Regierungen, unzählige Menschen mussten ihr Leben lassen, Gesellschaften wurden traumatisiert und Staaten ruiniert. Es ist an der Zeit, über Konsequenzen zu diskutieren. Denn die globalen Herausforderungen unserer Zeit werden ohne die USA nicht zu bewältigen sein. Aber unter Washingtons Führung erst recht nicht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.11.2021
Rezensent Arno Orzessek geht troslos aus der Lektüre von Bernd Greiners Abrechnung mit den USA und ihrer bellizistischen America-first-Politik hervor. Dass nicht erst Bush und Trump den Slogan ernstnahmen, erfährt Orzessek ebenso auf dieser Chronologie des Schreckens wie er erkennt, dass es im Grunde nirgendwo auf der Welt viel besser aussieht. Wenn Greiner auf Brandt und Olof Palme verweist, beschwichtigt das den Rezensenten kaum. Greiners mitunter an James-Bond erinnernde Darstellung amerikanischer Nuklearwaffen-Zockerei hält er nicht für Antiamerikanismus, sondern für die Wahrheit - leider.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2021
Rezensentin Alexandra Föderl-Schmid erfährt bei Bernd Greiner Wissenswertes über die konventionelle Kriegsführung der USA in Vietnam, Afghanistan, Laos. Vieles, was Greiner berichtet, kennt sie allerdings schon aus Hitchens' Buch "Die Akte Kissinger". Außerdem ist ihr der Autor in seiner Totalkritik amerikanischer Interventionen allzu "einseitig negativ". Greiners integrative Lösungsvorschläge, die auch Russland mit einbeziehen, scheinen der Rezensentin äußerst ambitioniert. Aber das wisse der Autor immerhin selbst, meint sie.
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