Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gabriele Roth-Pfarr. Mit einem Vorwort von Elke Heidenreich. Will man den Menschen in seiner Unzulänglichkeit und mitsamt seinen Schwächen darstellen, kann man dies entweder mit Bitterkeit oder mit wohlwollender Liebe tun. Bernd Pfarr hat es mit Letzterem gemacht. Seine "Herren der Schöpfung" liefern ein Kaleidoskop "männlichen Daseins". Er hat diesen Bildern kurze Texte beigegeben, welche die Herren Kohlmann, Gröser, Dr. Elsner, Dr. Kern, Dr. Körber und viele andere genauer beschreiben und beseelen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2006
Als erste Hilfe an "lebenstechnisch verregneten Tagen" empfiehlt Alex Rühle die Gemälde Bernd Pfarrs, den die Witwe des vor zwei Jahren verstorbenen Karikaturisten, Zeichners und Malers in diesem Band versammelt hat. Der Rezensent sieht in den Bildern Pfarrs charakteristischen Perfektionismus widergespiegelt, mit dem er den Kampf der abgebildeten Personen gegen die Unzulänglichkeiten des Lebens darstellt. In diesem Band sind die Personen durchgehend Männer, die sich allerdings gar nicht als "Herren der Schöpfung" erwiesen, sondern als "linkshändige Wesen, die im Lebenskleinklein steckenbleiben". Dabei habe Pfarr seine Gestalten keineswegs denunziatorisch oder herablassend behandelt, sondern sei ihnen stets höflich und zuvorkommend begegnet, lobt der Rezensent. Die Zuneigung des Malers für seine mit der Unvollkommenheit ringenden Geschöpfe sei unverstellt und bar aller Überheblichkeit. "Ein geradezu tröstliches Buch für alle Verspulten dieser Erde", bilanziert Rühle.
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