Berndt Georg Thamm zeichnet die Entwicklung Al Qaidas von der Terrorgruppe zur globalen Bewegung nach und stellt Prognosen für die Zukunft auf. Thamm beschreibt die Ursachen des Hasses auf Ungläubige, er porträtiert die Lehrer des Heiligen Krieges und deren Kämpfer und beleuchtet das Funktionieren des Al-Qaida-Netzwerks als eine Art Franchising-System. Längst kommt die Bewegung Al Qaida auch ohne ihren Kopf Osama Bin Laden aus - der schon heute von seinen Anhängern weltweit als Märtyrer gefeiert wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2006
Rundum gelungen findet Volker Foertsch dieses Buch über Al-Qaida, das Berndt Georg Thamm vorgelegt hat. Er würdigt den Autor als "sorgfältigen Chronisten des internationalen Terrorismus". Allgemein lobt er die Sorgfalt, mit der hier Quellen dargelegt, islamische Begriffe erläutert und historische Zitate einflochten werden. Thamms Beschreibung der historischen, soziologischen und religiösen Wurzeln von Al-Qaida sowie der Geschichte der gestörten Beziehungen der arabischen Völker zum Westen - von den ersten Kreuzzügen über den Zerfall des Osmanischen Reiches und die Unterwerfung unter die Kolonialmächte bis zur Palästina-Politik Großbritanniens - erscheint Foertsch aufschlussreich. Er unterstreicht, dass Thamm die arabisch-islamische Sicht der Ereignisse "ohne Parteinahme" darstellt und mit einer Darstellung der Geschichte der verschiedenen Richtungen der Schia und der Sunna, des Wahhabismus und des Salafismus verbindet. Thamms Darstellung der islamistischen Gruppen in Pakistan, Indien, Malaysia und Indonesien wertet Foertsch schließlich als "kenntnisreich", seine Betrachtungen zum Erstarken des irakischen Widerstandes gegen die USA als "treffend".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2005
Aufschlussreich findet Rezensent Martinus Schmidt dieses Buch über Al Qaida, das Berndt Georg Thamm vorgelegt hat. Der Terrorismusexperte schlägt darin einen weiten Bogen, um den islamischen Extremismus zu erklären, den er auf die Kreuzzüge im 11. Jahrhundert zurückführt und der im Ersten Weltkrieg sowie der Gründung der Türkischen Republik weiteren Nährstoff fand. Schmidt referiert über die Kolonialisierung der ehemaligen Provinzen des Osmanischen Reiches, die Gründung der Muslimbruderschaft sowie den Prozess, der aus Al Qaida in 15 Jahren aus einer regionalen afghanischen Militärorganisation eine globale Bewegung werden ließ. Die Gefährlichkeit des religiös motivierten Terrorismus liege in der Kombination einer Stammesreligion des 7. Jahrhunderts mit der technischen Intelligenz des 21. Jahrhunderts, fasst Schmidt das Resümee des Autors zusammen, der bis zu 70 000 bewaffnete Kämpfer in 60 Ländern agieren sieht. "Die freien Gesellschaften haben allen Grund", meint Schmidt, "vor den Untergrundkämpfern mit dem Koran in der Tasche auf der Hut zu sein."
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