Eine Nation, die sich uneingeschränkt als Herr im eigenen Hause empfand und dies auch in den Symbolen ihrer Macht demonstrierte, musste am 11. September 2001 erkennen, dass sie von einer neuen, unberechenbaren und gleichsam archaischen Gegenmacht bedroht wurde. Die Kränkung hinzunehmen, kam nicht in Frage; denn hier stand viel mehr auf dem Spiel als Sicherheit, Öl und Machterhalt. So begann der Krieg gegen den Terror, dessen zweite Stufe der Feldzug gegen den Irak war. Weitere Stufen werden folgen. Haben Dämonisierung und Gewalt einmal mehr das letzte Wort, oder gibt es noch Chancen des Wandels zu einer humaneren Welt? Hans-Jürgen Heinrichs betrachtet die psychologischen und kulturellen Hintergründe der Anti-Terror-Kriege sowie der amerikanischen und der europäischen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2003
Na ja, besonders viel Neues produziere der Autor Hans-Jürgen Heinrichs nicht, findet Sascha Michel. Sein Fazit fällt nüchtern aus: Der Autor konzentriere sich mit den üblichen Argumenten des linken Theorielagers auf die "narzisstische Kränkung" der USA nach dem 11. September und psychologisiere ein bisschen. Das Öl und die Geostrategie kommen zwar nicht vor, dafür aber die bekannten Interpretationen über Bush junior, meint der Rezensent gelangweilt. Immerhin versuche Heinrichs die übliche Analyse vom religiös geläuterten Cowboy mit Minderwertigkeitskomplexen von der Individualpsychologie auf die Ebene der "kollektiven Kränkungserfahrungen" der USA zu heben. Leider gelinge ihm das nicht, da er "wirr" argumentiere und methodisch nicht genau arbeite. Dazu sei das Ganze auch noch "unverkennbar schnell geschrieben". Ein Lob hat Michel für das Buch aber doch noch übrig: wenigstens die politischen Metaphern und "Scheinargumente" der gekränkten Amerikaner nehme Heinrichs genau unter die Lupe. Leider aber auch nicht viel mehr. Michels Fragen jedenfalls hat der Autor nicht beantwortet - denn das täten "anthropologische Allgemeinplätze" selten.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…