In der Natur geht Seltsames vor. Grillen verstummen, Tintenfische schrumpfen, Vögel verändern ihr Aussehen und Echsen wachsen lange Beine. Durch den Klimawandel, die Globalisierung, die Zerstörung der Habitate, den Einsatz von Pestiziden und intensive Bejagung verändern sich viele Arten überraschend schnell. So gibt es zum Beispiel immer mehr Elefanten ohne Stoßzähne, weil sich die stoßzahnlosen Exemplare vermehren können, während die mit Stoßzähnen Wilderern zum Opfer fallen. Der Mensch befeuert die Evolution, die Zeiten langsamen Wandels sind vorbei. Doch neben der wünschenswerten Rettung unserer Tier- und Pflanzenwelt durch die Evolution gibt es auch eine dunkle Seite. Denn auch die unzähligen Mikrobenarten nutzen die rettende Kraft der Evolution. Das Ergebnis sind Resistenzbildungen von Krankheitserregern und Schädlingen. In beiden Fällen geht es um dasselbe Phänomen, daher brauchen wir ein tiefer gehendes Verständnis dieser Prozesse. Bernhard Kegel zeigt, dass wir die Kraft und die Möglichkeiten evolutionärer Veränderungen unterschätzt haben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.06.2026
Gut gefällt Rezensent Michael Lange dieses Buch des Biologen Bernhard Kegel über Evolution. Genauer gesagt interessiert sich Kegel für evolutionäre Prozesse, die sich nicht über Milliarden Jahre hinziehen, sondern deutlich schneller von statten gehen. Tatsächlich gelingt es einigen Tier- und Pflanzenarten gelegentlich, sich durch die evolutionären Prinzipien der Mutation und Selektion, rasch an Veränderungen anzupassen, die oft durch den Menschen ausgelöst werden; etwa, wenn Fische kleiner werden, um durch die Netze von Fischern zu schlüpfen. Kegel schreibt dabei nicht nur über die evolutionären Veränderungen an sich, sondern nimmt auch die Forschungsmethoden in den Blick, was das Buch anschaulich macht. Da er sich außerdem zurückhält, was bio-genetische Fachausdrücke angeht, ist dieses lehrreiche Buch auch für Laien empfehlenswert, freut sich Lange.
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