Hass und Hetze, Gerüchte und Falschmeldungen verbreiten sich rasend schnell. Öffentliche Debatten eskalieren zum giftigen Streit. Und in der Breite der Gesellschaft regiert die Angst vor dem Schwinden des gesellschaftlichen Zusammenhalts und dem Ende von Respekt und Vernunft. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun, zwei prominente Vertreter ihres Fachs, analysieren den kommunikativen Klimawandel. Sie zeigen Auswege aus der Polarisierungsfalle in Zeiten der großen Gereiztheit und der populistischen Vereinfachungen und entwerfen eine Ethik des Miteinander-Redens, die Empathie und Wertschätzung mit der Bereitschaft zum Streit und zur klärenden Konfrontation verbindet. Anschaulich und mit vielen Beispielen führen sie vor, wie sich Diskussionen und Debatten verbessern lassen und wie die Kunst des Miteinander-Redens zu einer Schule der Demokratie und des guten Miteinander-Lebens werden könnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2020
Von ziemlich genervt bis regelrecht missgelaunt reicht die Stimmung von Meredith Haaf bei der Lektüre dieses Buches. Zunächst würdigt sie die beiden Autoren, dann aber packt sie zu: Was man alles schon kenne und wisse, würde einem hier in einer unangenehmen Vollmundigkeit mit ständigen Beispiel-Zitaten - sie nennt es einen "wortreichen Sprachwimmelbild-Stil" - vorgeführt. Ja, schlecht steht es mit dem Dialog in der Gesellschaft. Das Ganze sei eine Art "Kopfnick-Reflex-Lektüre". Dann findet sich die Kritikerin entnervt durch die vielen Beschreibungen des Problems, ohne dass das geneigte Publikum überhaupt wüsste, um wessen Dialog mit wem es hier vor allem gehen soll. Erst wenn die Autoren selbst miteinander redeten, gehe es manchmal wirklich analytisch, witzig und intelligent zu. Aber das war der Kritikerin alles in allem doch eher zu wenig.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.02.2020
Rezensentin Sieglinde Geisel hat diesen Gesprächsband des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen und des Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun mit Gewinn gelesen. Die von den beiden Autoren vorgenommene Unterscheidung zwischen Mensch und Meinung ist der Kritikerin zwar nicht neu, auch "einfache Lösungen" haben die beiden nicht zu bieten, warnt Geisel vor. Die Dilemmata der Kommunikation mit Rechten, Verschwörungstheoretikern etc. können ihr die Autoren allerdings vor Augen führen. Die "Diskursverzerrung" etwa, die entsteht, wenn Fakten nur noch als Meinungen gelten. Auch den Ausführungen zum "Kommunikationsquadrat", das unter anderem aussagt, dass nur noch die Beziehungsbotschaft, nicht aber die Sachaussage gehört wird und Pörksen Kritik an der "therapieerfahrenen" Sensibilität des eigenen Milieus, folgt Geisel mit Interesse.
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