Malcolm Gladwell

Die Kunst, nicht aneinander vorbeizureden

Cover: Die Kunst, nicht aneinander vorbeizureden
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019
ISBN 9783498001629
Gebunden, 384 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Neubauer. Neville Chamberlain redet mit Adolf Hitler - und versteht doch nicht, was der vorhat. Amanda Knox beteuert ihre Unschuld, von den italienischen Richtern wird sie dennoch wegen Mordes verurteilt. Und die Verständigung über Sex klappt, nicht nur unter Alkoholeinfluss, schon gleich gar nicht mehr. Unsere Instrumente und Strategien, mit denen wir andere Menschen verstehen wollen, funktionieren nicht, schreibt Bestseller-Autor Malcolm Gladwell. Und weil wir nicht wissen, wie wir mit Fremden reden sollen, kommt es immer wieder zu Missverständnissen, zu Krisen und Konflikten. Anleger fallen auf Betrüger wie Bernie Maddox rein und die CIA lässt sich von Castros Spionen täuschen, und immer wieder deuten wir die Worte der anderen einfach falsch. Gladwell beschreibt diese dramatischen Fälle des Aneinandervorbeiredens und zeigt, warum unsere Zusammentreffen mit denen, die wir nicht kennen und die uns fremd sind, so oft scheitern. Wir reden an dem anderen vorbei, weil wir mit seinen Erwartungen und Empfindungen nicht vertraut sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2019

Marcus Jung lässt sich von Malcolm Gladwell die Kommunikationsmuster erläutern, die hinter unserem täglichen Miteinander stecken. Ob bei der Fahrkartenkontrolle, in der Politik oder der Hochfinanz, stets sind Fehldeutungen und Missverständnisse mit im Spiel, die das Ergebnis der Kommunikation beeinflussen und im Zweifelsfall zu Gewalt und Katastrophen führen, lernt Jung. Vielseitig findet er, was der Autor gut recherchiert und in klaren Worten an komplexen Verhaltensstrukturen ausbreitet, von Chamberlains Fehldeutungen in Bezug auf Hitler über mehrere Missbrauchsfälle bis zu einer Szene aus der Serie "Friends". Gladwells Ziel, den Leser zum Nachdenken über seine Art zu kommunizieren anzuregen, wird erreicht, versichert Jung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.11.2019

Rezensentin Susanne Billig findet Malcolm Gladwells Buch über zwischenmenschliches Vertrauen spannend. An der Schnittstelle von Psychologie, Kriminologie und Soziologie, so die Rezensentin, und anhand zahlreicher Fallbeispiele (wie zum Beispiel der Mordanklage gegen Amanda Knox oder Fälle rassistisch motivierter Polizeigewalt) zeigt Gladwell auf, wie wichtig ein grundsätzlicher "Vertrauensvorschuss" in unserer Gesellschaft ist, der trotz Betrugsrisikos unbedingt beizubehalten sei. Billig ist beeindruckt von den "verblüffenden Details", die Gladwell liefere, und schließt sich seinem Plädoyer für gegenseitiges Vertrauen und ein Bewusstwerden der eigenen Vorurteile an. Ein "erhellendes und engagiertes" Buch, findet die Rezesentin.

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