Waldemar Bonsels, der Schöpfer der vorwitzigen Biene, ist heute der wohl unbekannteste deutsche Bestsellerautor. Diese erste Biografie folgt Bonsels auf seiner Suche nach dem süßen Leben in den letzten Jahren des Kaiserreichs ins Zentrum der Münchner Boheme. Sie erzählt, wie er, inspiriert von Heinrich Mann, an der Seite von Frank Wedekind und Lion Feuchtwanger gegen die bürgerlichen Konventionen aufbegehrte und die abenteuerlustige Biene Maja erschuf. Und sie zeigt, wie sich der Erfolgsschriftsteller schließlich dem Regime der Nazis andiente und nach dem Krieg mit einem Publikationsverbot belegt wurde.
Eine selbst erlebte Anekdote stellt Erhard Schütz seiner Besprechung voran, die verdeutlichen soll: Waldemar Bonsels wird heute zumeist auf seine "Biene Maja" reduziert. An Bernhard Viels Biografie gefällt dem Rezensenten zunächst einmal der Titel, schließlich habe der "Bienenvater" Bonsels "seinen Honig erfolgreich aus allen Waben der Literatur ebenso gesogen wie aus den attraktivsten Frauen". Als berechnender und verantwortungsloser Opportunist erscheine der Schriftsteller in Viels Buch, der sich erst den Nationalsozialisten andiente und später den Alliierten als Verfolgter ausgab. Auch literarisch sei Bonsels stets den Trends der Zeit gefolgt, er habe sehr viel und sehr Verschiedenes geschrieben: Reisebücher und Vagabondage-Romane, erotische Komödien, auch "protestantische Wohlfühlkost". Das größte Talent des Autors sei aber stets die eigene Vermarktung gewesen, schreibt Schütz, in dessen Augen Bonsels "ein unentwegter Selbststilisierer und virtuoser Umdekorateur seiner selbst" gewesen sein muss.
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