Auch nach dem Mauerbau am 13. August 1961 kamen Zuwanderer aus der DDR in die Bundesrepublik und nach West-Berlin - wenn auch in weit geringerer Zahl als zuvor. Mehr als eine Million Ostdeutsche gelangten von 1962 bis zum Sommer 1990 durch Flucht, Ausreise oder Freikauf von Ost nach West. Bettina Effner schildert, wie die Aufnahme der DDR-Zuwanderer in den 1970/80er Jahren politisch-juristisch gestaltet wurde, welche öffentlichen Debatten um sie kreisten und wie Westdeutsche die Neuankömmlinge wahrnahmen. Ausführlich dargestellt werden außerdem Erfahrungen ostdeutscher Flüchtlinge und Übersiedler bei ihrem Ankommen und Heimischwerden im Westen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2021
Rezensent Stefan Locke hält Bettina Effners Studie zur Zuwanderung aus der DDR in die Bundesrepublik bis zur Wiedervereinigung für eine wichtige Arbeit. Das Narrativ von überglücklichen Übersiedlern können die Recherchen und Zeitzeugenberichte des Buchs Locke zufolge korrigieren. Dass sich die deutsch-deutschen Migranten in Ausnahmesituationen befanden und sich im Westen mit neuen Konflikten konfrontiert sahen, erfährt Locke ebenso wie Effner ihm "belegreich" die Ignoranz und zunehmende Abwehr der Bundesbürger die neuen Mitbürger betreffend auseinandersetzt. Ein detailreicher, trotz seines wissenschaftlichen Anspruchs gut lesbarer Band, findet Locke.
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