Bettina von Arnim

Gespräche mit Dämonen

Cover: Gespräche mit Dämonen
Berlin University Press, Berlin 2010
ISBN 9783940432841
Gebunden, 264 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Die "Gespräche mit Dämonen" führte die betagte, aber bis zuletzt wagemutige Bettine von Arnim mit König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Es wurde ihr letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Werk (1852). Nach der gescheiterten Revolution von 1848/49, als die Herrscher Europas, vor allem Preußens und Österreichs einmal mehr versuchten, ihre Wunden restaurativ zu lecken, befindet Bettine: "Revolutionen sind nicht Verbrechen, aber die Folgen davon." Der Ausgangspunkt dieser Gespräche konnte brisanter nicht sein: Bettine sucht wieder das jüdische Ghetto in ihrer und Goethes Geburtsstadt Frankfurt am Main auf; und was sie in der Judengasse an Verelendung sieht, beschämt sie solchermaßen, dass sie das Gespräch mit einem Prälaten sucht, mit dem sie sich ausführlich über Glaubensfreiheit und die Gründe des Antisemitismus auseinandersetzt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.08.2010

"Arme Bettine!" möchte Rezensent Peter Michael Braunwarth nach der Lektüre von Bettine von Arnims "Gespräche mit Dämonen" ausrufen. All ihren Idealismus setze die Autorin in ihrem fiktiven Gespräch zwischen dem schlafenden Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und seinem Dämon daran, den König von der Abschaffung der Todesstrafe und von der Gleichberechtigung der Juden und der Frauen zu überzeugen. Ihre Liebe zu Goethe finde in diesem lebendigen, bereits 1852 erschienenen Text ebenso Ausdruck wie ihre Faszination für den Orient. Umso enttäuschter ist der Rezensent, dass der Herausgeber und Literaturprofessor Rüdiger Görner in dieser Edition alle philologischen Grundregeln über Bord werfe. Unzählige Fehler wie "Schäferhunde" statt "Schäferstunde" oder "erganst" statt "erganft" lassen Braunwarth vermuten, dass hier ein altes Buch eingescannt wurde und nie Korrektur gelesen wurde. Auch das Weglassen aller Kursivierungen des Originaltextes und die vielen unsinnig wiedergegebenen Sätze sprechen nicht von besonders sorgfältiger Überarbeitung, so der Kritiker. Deshalb fordert er: Bettines Text sollte man unbedingt lesen, aber bitte nicht in dieser "schludrigen" Ausgabe.

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