Die ökonomische Theorie versteht sich, seit Coase?s und North?s Interventionen, nicht mehr als reine Koordinationslandschaft, sondern als vorstrukturiert. Die Regeln, nach denen Märkte sich koordinieren, sind nicht nur rechtliche, sondern bilden ein breites Spektrum an formalen und informalen Strukturen, die die Ökonomie stärker formieren und binden, als Recht und Wirtschaftspolitik es vermögen. So wie wir uns von Laisser-Faire-Normen verabschieden, so auch von Regelungsphantasien; Institutionen regulieren das Verhalten ihrer Mitglieder, aber nicht direkt über das Regime, sondern indirekt by governance.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2006
Birger Priddats Anlehnung an Douglas Norths Theorie des institutionellen Wandels bleibt dem Rezensenten nicht verborgen. Laut Norbert Tofall steuert der Autor mittels dieser Theorie einer an die Kultur gekoppelten Ökonomie auf eine Pointe zu, die darin besteht, dass Entscheidungsvielfalt sich durch die Einführung von Institutionen reduzieren lässt. Aufgrund dieser den Institutionen zugesprochenen Funktion, "mentale Modelle" zu fördern, hält es der Rezensent für durchaus angebracht, dass der Autor Institutenökonomik und Systemtheorie "analysierend vergleicht". Wenig Verständnis dagegen zeigt Tofall dafür, dass Friedrich August von Hayek in diesem Buch nicht vorkommt und dass - Stichwort Leselust - seine Lektüre "selbst für einen geübten Ökonomen" eine Quälerei ist.
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