Aus dem Italienischen von Brigitte Szabo-Bechstein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2005
Außer dass sich der politische Wind in den 90er Jahren gedreht hat, sieht Rezensent Wolfgang Schuller keinen Grund, weshalb in akademischen Debatten "Marx" durch "Max Weber" ersetzt worden ist. Zumal dem seines Erachtens keine wissenschaftliche Diskussion vorausgegangen sein soll. Das Interesse an Weber ist also immens gestiegen, was sich einerseits an der seit 1984 erscheinenden Max-Weber-Gesamtausgabe zeigt, andererseits an den zahlreichen Untersuchen zu Webers Werk ablesen lässt. Die vorliegende Arbeit aus Italien erhebt ausdrücklich nicht den Anspruch, betont Schuller, sich inhaltlich mit Weber auseinanderzusetzen, es will dessen Arbeiten zur antiken Arbeits- und Sozialgeschichte verstehen helfen und liefert deswegen auch ein fabelhaftes Sachregister, das bei Schuller lobende Erwähnung findet. Weber hat sich mehrfach mit der Antike beschäftigt; das vorliegende Buch schafft es Schuller zufolge Webers Denken in seiner Entwicklung aufzuzeigen und auch jeweils an den Stand der Fachwissenschaft seiner Zeit anzubinden. "Das Zeitgebundene seines Denkens tritt dadurch stärker hervor", begründet Schuller seinen Standpunkt, zugleich komme aber auch das Überzeitliche seiner Untersuchungen zur Geltung. So hätte man damals auch mit Marx verfahren sollen, seufzt der Rezensent.
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