Birgit Schneider

Der Anfang einer neuen Welt

Wie wir uns den Klimawandel erzählen, ohne zu verstummen
Cover: Der Anfang einer neuen Welt
Matthes und Seitz, Berlin 2023
ISBN 9783751803731
Gebunden, 284 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Folgen der Erderwärmung rücken uns zu Leibe. Sie sind inzwischen auch in Deutschland zu spüren. Bestätigt werden sie von immer neuen Messrekorden. In der Veränderung des Klimas scheint eine destabilisierte Welt auf, die wir nicht mehr als unsere erkennen. Beim Sprechen über den Klimawandel geraten deshalb viele in eine Abwärtsspirale, an deren Ende ihnen die Worte ausgehen. Dass die Sprache fehlt, erscheint zunächst widersprüchlich, denn seit ein paar Jahren gibt es wenige Themen, über die so viel geredet wird. Doch Worte allein erreichen nicht unsere Vorstellungskraft, wir können das Wissen nicht verarbeiten. Es ist zu angsteinflößend und hoffnungslos. Birgit Schneider versucht Antworten auf die Frage zu finden, wie sich Menschen in den gemäßigten Breiten den Klimawandel vorstellen, welche Imaginationen und Geschichten sie dabei leiten. Sie stellt Perspektivwechsel, Widersprüche und auch ungewöhnliche Sichtweisen heraus, die unsere begrenzte Vorstellungskraft zu weiten vermögen. Denn um die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu überwinden, macht es einen großen Unterschied, wie wir uns den Klimawandel erzählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023

Das Buch der Kulturwissenschaftlerin Birgit Schneider leidet unter einer "Begriffs- und Kategorienunklarheit", bedauert Rezensent Kai Spanke. Schneider sucht nach neuen narrativen Formen, mit denen man den Klimawandel in Worte fassen kann, berichtet der Kritiker. Die eigentlich "hervorragend informierte" und "mit Zahlen bewaffnete" Forscherin argumentiert einerseits auf wissenschaftlicher Ebene, so Spanke, wenn sie beispielsweise klare Begriffsdefinitionen fordert. Andererseits plädiert sie stark dafür, emotionalen und subjektiven Kategorien auch ihren Platz im Diskurs zu geben, was der Rezensent nicht ganz nachvollziehen kann. Die Rolle, die Schneider der Kunst im Diskurs um den Klimaschutz zuweist, reduziert diese auf ein "Mittel zum Zweck", findet Spanke, und auch die Vergleiche der Klimakatastrophe mit einer griechischen Tragödie, wobei die technischen Maßnahmen zu ihrer Verhinderung zur "Katharsis" werden, findet der Kritiker etwas befremdlich.
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