Florian Klenk

Bauer und Bobo

Wie aus Wut Freundschaft wurde
Cover: Bauer und Bobo
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2021
ISBN 9783552072596
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Begonnen hat es mit einer Beschimpfung. Christian Bachler, der den höchstgelegenen Bauernhof der Steiermark bewirtschaftet, schimpfte in einem Video aus dem Schweinestall über den "Oberbobo" Florian Klenk (Bobo = Ökospießer). Der Chefredakteur des Falter hatte zuvor ein Urteil gutgeheißen, das einen Bauern zu Schadenersatz verpflichtete, nachdem seine Kuh eine Frau getötet hatte. Bachler forderte Klenk auf, ein Praktikum auf seinem Hof zu machen, und der Bauer und der Bobo kamen ins Gespräch: über Klimawandel, Fleischindustrie, Agrarpolitik und Banken. Als Bachlers Hof Ende 2020 vor dem Ruin stand, fanden die beiden Freunde aus zwei Welten binnen 24 Stunden 12.829 Spender, die bereit waren, zu helfen. Warum es sich lohnt, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2021

Rezensent Kai Spanke liest die teilnehmende Beobachtung des Journalisten Florian Klenk auf einem Tiroler Bauernhof ohne Langeweile. Auch wenn der Autor einen bunten Genremix vorlegt, in dem sogar Kochrezepte Platz haben, auch wenn er zuspitzt und bekenntnishaft vom Ausverkauf des Bauernstandes schreibt, hat Spanke erkenntnisreiche Momente mit dem Buch. Sachlich etwa erklärt ihm Klenk den Lebenskreislauf des Leberegels, der sich im Rind fortpflanzt. Ein bisschen Landmann-Folklore und Polemik nimmt Spanke dafür in Kauf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2021

Rezensent Andreas Mihm scheint dem Robin Hood der Almbauern eher skeptisch gegenüberzustehen. Wenn der österreichische Journalist Florian Klenk die laut Mihm schon sattsam bekannte Geschichte erzählt, wie er sich mit einem Bauern - medienwirksam - anlegte, bei ihm in Klausur ging und sich dann - ebenso medienwirksam - für den von den Mühlen der Agrarindustrie gebeutelten Landmann einsetzte, langweilt sich der Rezensent aber auch nicht. Dass sich dem Autor angesichts der beschriebenen Erlebnisse gleich die "Systemfrage" stellt, also Bauer oder Bobo, findet Mihm vielleicht eine Spur zu hoch gegriffen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2021

Rezensentin Cathrin Kahlweit empfiehlt das kleine Buch des österreichischen Journalisten Florian Klenk, der sich nach einer öffentlichen Kontroverse über wild gewordene Rinder einige Wochen zur einfühlenden Recherche auf einem Bauernhof verdingte. Das Buch gibt laut Kahlweit spannende Einblicke in die vom Ruin bedrohte Bauernwelt, in das System der Subventionspolitik und in die Zusammenhänge von Klima und Ertrag. Dass im Text persönliche und sachliche Seite munter vermischt werden und der Autor zur Idealisierung des guten alten Landlebens neigt, soll der Leser wahrnehmen, meint Kahlweit, es schmälert die Unterhaltsamkeit des Buches aber nicht, versichert die Rezensentin.

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