Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Aufruhr im Städtchen Rouiba: Am selben Tag wurden zwei Männer ermordet aufgefunden, die verschiedener nicht sein können. Der eine, Moh, ist der Pate der Region, sehr wohlhabend und unantastbar, der andere, Abdallah Bakour, ein armer Teufel, der erst kürzlich aus Frankreich zurückgekehrt ist, wo er Landarbeiter war. Kommissar Larbi kommt bei seiner Suche nach dem Täter schon bald von der offiziellen Linie ab. Statt den Fall wie von höchster Stelle gewünscht schnellstens abzuschließen, deckt er mit sicherem Gespür immer neue Details auf. Als er erste Hinweise für einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden hat, begibt er sich ohne es zu ahnen in größte Gefahr...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2003
Algerien sei zur Zeit literarisch das produktivste Land im Maghreb, schwärmt Joseph Hanimann. Andres als zu erwarten hat er keine Klagegesänge von dort vernommen, sondern bittere Selbstironie. Im Falle von Boualem Sansal sei dieser Sarkasmus mit einem außergewöhnlichen Darstellungstalent verbunden, das europäischen Lesern auf einen Schlag 40 Jahre algerische Geschichte nahe bringe. Formal ist "Der Schwur der Barbaren" ein Politkrimi, der tief in den Alltag und die politische Realität des gebeutelten Landes hineinrührt, so Hanimann. Erzählt werde die Handlung jedoch mit großer "parodistischer Leuchtkraft", die die ganze Unabhängigkeitsrhetorik, den Märyterkult und die durch nichts zu erschütternde Gutgläubigkeit des Volkes gnadenlos niedermachten. Unaufhaltsam sickere die Wahrheit durch, meint Hanimann: in Algerien herrscht kein Bürger-, sondern ein Bandenkrieg. Im übrigen, verrät er, sei der Autor ein hoher Beamter im Industrieministerium. Bei dieser exkursiven, bildhaften fast rauschhaften Sprache trete die Handlung auch schon mal auf der Stelle, gesteht Hanimann, doch habe das nichts mit barocken Erzählmustern zu tun, doch schriebt er das einem Schilderungsdrang zu, der "die Dinge und zugleich ihre Hintergründe" benennen will.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…