Brian Boyd

Vladimir Nabokov

Die amerikanischen Jahre 1940-1977
Cover: Vladimir Nabokov
Rowohlt Verlag, Reinbek 2005
ISBN 9783498005658
Gebunden, 1168 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hans Wolf und Ursula Locke-Gross. Der zweite und abschließende Band von Boyds Biografie setzt ein mit der Ankunft Nabokovs in Amerika 1940 - das heißt mit dem Verzicht auf die russische Sprache und dem Verlust der Reputation des russischen Autors Sirin (so Nabokovs bisheriges Pseudonym). In den USA den Lebensunterhalt zu verdienen war nicht einfach; schließlich gelang es Nabokov, auf eine Professur in Cornell berufen zu werden. Dann brachte der erstaunliche Erfolg des Romans "Lolita", der 1955 erschien, Weltruhm und finanzielle Sicherheit. "Lolita" - beinahe hätte der Autor das noch unvollendete Manuskript verbrannt; es fand sich zunächst kein Verlag, Nabokov dachte sogar an eine Veröffentlichung unter einem Pseudonym; und als das Buch schließlich bei der Olympia Press in Paris erschien, waren die Probleme keineswegs vorüber. Navobok wird zum ersten Mal auch als Lehrer, Kritiker, Übersetzer und Wissenschaftler ausführlich gewürdigt wird. Und der Biograf schildert die Persönlichkeit Nabokovs - einen warmherzigen, verletzlichen Menschen, der sich in seinen letzten zwanzig Lebensjahren, als er zu einer öffentlichen Figur geworden war, gern hinter einer abweisenden Maske verbarg.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2006

Felix Philipp Ingold bespricht den zweiten Band von Brian Boyds Biografie Vladimir Nabokovs, die nun, 14 Jahre nach dem Original, auf Deutsch erschienen ist. Der Rezensent betont die "staunenswerte Detailfülle", die der Autor aufbietet und teilt mit, dass diese zweibändige Lebensbeschreibung als die "maßgebliche Arbeit" zu Leben und Werk Nabokovs gilt. Allerdings kritisiert er an der "detailversessenen Darbietungsweise" des Autors, dass dieser zwischen Wichtigem und Unwichtigem keinen Unterschied macht, vieles unkritisch wiedergibt, was er den Schriften Nabokovs entnommen hat, und wie es scheint, zwischen Autor und Erzähler häufig nicht "klar genug unterscheidet". Die Sprache Boyds ist Ingold zudem viel zu "blumig" und so kommt er am Ende seiner Kritik zwar zu dem Schluss, dass diese Biografie mit "einzigartiger Informationsdichte" aufwarten kann und so sicherlich als "Nachschlagewerk unentbehrlich" ist, als "große Schriftstellerbiografie", wie der Klappentext anpreist, will er das Buch jedoch nicht gelten lassen.
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