Im Vorfeld der geplanten Liberalisierung des Schweizer Elektrizitätsmarktes beschäftigt sich in den letzten Jahren eine wachsende Anzahl von Juristen mit Rechtsfragen, wie sie sich spezifisch in dieser Branche ergeben. Das Buch zum Schweizer Elektrizitätswirtschaftsrecht soll deshalb einen Überblick über die sich in diesem Sektor auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen (Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Versorgung von Endkunden, Stromhandel) stellenden rechtlichen Fragen geben. Schwerpunkte werden namentlich bei wettbewerbsrechtlichen (Konsequenzen des bundesgerichtlichen Grundsatzentscheides von 2003) und privatrechtlichen Fragestellungen (Verträge, Haftung) gesetzt; berücksichtigt werden auch umweltrechtliche Belange sowie verfahrensmässige Aspekte. Weiter erfolgt eine erste Beurteilung der vorgeschlagenen neuen Vorschriften zur Marktordnung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2005
Gelungen findet Riccardo Jagmetti dieses Lehrbuch zum Schweizer Elektrizitätswirtschaftsrecht, das Rolf H. Weber, Professor an der Universität Zürich, und Brigitta Kratz, Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen, vorgelegt haben. Wie er berichtet, befassen sich die Autoren unter anderem mit der Frage der Strommarktliberalisierung, die sie in den Gesamtrahmen der wirtschaftlichen Vorgänge von der Produktion bis zur Lieferung an die Endkunden stellen. Im Vordergrund sieht Jagmetti dabei zwar die rechtlichen Fragen, hebt aber hervor, dass das Werk auch die wirtschaftlichen Realitäten und Strukturen mit der Schilderung der Wertschöpfungskette, der Organisation der Elektrizitätswirtschaft, der Beteiligungs- und Vertragsverhältnisse, der Stromversorgung und der vielfältigen Formen des Stromhandels behandelt. Jagmetti berichtet weiter, dass sich die Autoren neben dem nationalen Elektrizitätswirtschaftsrecht auch internationale Aspekte des Rechts thematisieren. Resümierend würdigt er das Werk als eine "wichtige Grundlage für die Entwicklung des Energiewirtschaftsrechts" und bescheinigt ihm "höchst aktuelle Bedeutung".
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