Herausgegeben von Susanne Hantke und Angela Drescher. Mit einem Nachwort von Susanne Hantke. Diese Geschichte hat Generationen bewegt: Im Frühjahr 1945 wird ein dreijähriger Junge in das KZ Buchenwald eingeschleust. Wenn die SS ihn findet, ist ihm der Tod ebenso gewiss wie seinen Beschützern. Gegen alle Vernunft verstecken zwei Häftlinge das Kind, obwohl sie damit die Vorbereitungen des illegalen Lagerkomitees für einen Aufstand gefährden. Das Überleben des Jungen wird zum Sinnbild für den Überlebenswillen der Häftlinge. Der Roman entstand frei nach Motiven einer wahren Begebenheit. Man rezipierte ihn jedoch als Tatsachenbericht, und die Geschichte der Rettung des Kindes wurde in der DDR zum Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Was bisher nicht bekannt war: Apitz hatte die Rolle der Kommunisten ursprünglich viel konfliktreicher angelegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2012
In einer kenntnisreichen Besprechung begrüßt Rezensent Jens Bisky die erweiterte Neuausgabe von Bruno Apitz' erfolgreichem DDR-Roman "Nackt unter Wölfen". Der 1958 erschienene Text, der von der gefahrvollen Rettung eines kleinen Jungen im Konzentrationslager Buchenwald durch die Häftlinge und von deren späterer Befreiung unter Führung der Kommunisten erzählt, wurde nun um Passagen aus der ersten Teilfassung erweitert, so dass seine komplexe und konfliktreiche Entstehungsgeschichte nachvollzogen werden kann. Der Kritiker erfährt etwa, dass die Vollendung des Romans zu bedeutenden Teilen dem Lektor Martin Gustav Schmidt - der später als Martin Gregor-Dellin im Westen zu einem viel gelesenen Autor wurde - zu verdanken ist. Lobend äußert sich Bisky auch über das Nachwort von Susanne Hantke, das nicht nur über Bruno Apitz' Alltag als Häftling in Buchenwald informiert, sondern auch seine Schwierigkeiten beleuchtet, in seinem Roman ein "heroisches" Bild der Buchenwald-Kommunisten zu entwerfen, während die SED die Rolle der kommunistischen Kapos hinterfragte und diese im politischen Alltag der DDR zur Seite drängte.
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