Aus dem Französischen von Nicola Denis. Im März 1944 wird Ginette Kolinka zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Neffen von Avignon nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ginette ist die Einzige, die Monate später nach Paris zurückkehrt. Sie schildert eindringlich, wie sie die Schläge, den Hunger, die Kälte, die Nacktheit, den Hass, das Grauen im Lager überlebt hat. Und sie erzählt, wie notwendig das Festhalten an der Weiblichkeit für sie war. Ein Kleid, das Simone Veil ihr im Lager schenkte, gab ihr Würde und Kraft zum Überleben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2020
Claudia Mäder erschüttert der von der Holocaust-Überlebenden Ginette Kolinka mit Hilfe der Journalistin Marion Ruggieri verfasste Erinnerungsbericht. Wichtig findet sie das Buch als Mahnung und Korrektiv fehlerhafter Annahmen über das Lagerleben und das Ausmaß des Holocausts, auch wenn Kolinka es nicht darauf anlegt, wie Mäder ergänzt. Besonders macht Kolinkas Text laut Mäder der Ansatz des Buches, der ihr weder philosophisch noch literarisch erscheint. Dass die Autorinnen stattdessen auf die Erinnerung an den Lageralltag in Birkenau, an den Hunger, die schwere Arbeit, den Dreck und den Gestank setzen, auf nüchterne Sprache und den Vergleich mit dem Heute, scheint ihr neu und bedeutsam.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.01.2020
Fabian Wolff begrüßt den Versuch der Auschwitz-Überlebenden Ginette Kolinka, mit ihren Erinnerungen das Bild der Mehrheitsöffentlichkeit vom Lageralltag und der Haltung Überlebender zu korrigieren. Wut und Abklärung sind laut Wolff bestimmend für den Ton von Kolinkas mit Hilfe der Journalistin Marion Ruggieri verfassten Bericht, den der Rezensent als "verstörend karg" und sprachlich höchst einfach empfindet. Biografisch ist der Text laut Wolff auch über die Lagerzeit hinaus, indem er vermittelt, wie das Lager und das Bild davon in der Öffentlichkeit Kolinkas Leben siebzig Jahre lang bestimmten.
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