Wissenschaftsdiplomatie gilt neuerdings als Hoffnungsträger in der Bewältigung der globalen Herausforderungen der internationalen Politik. Zugleich rückt das Zusammenspiel von Wissenschaft und Diplomatie während des Kalten Krieges in den Fokus der Wissenschaftsgeschichte. Die Max-Planck-Gesellschaft verfolgte hier eine eigene Agenda. Nach der verbrecherischen Teilhabe ihrer Vorgängerin, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, an der NS-Expansions- und Vernichtungspolitik drängte es sie zwar zurück in die internationalen Scientific Communities, aber nicht auf die internationale politische Bühne. Die Studie untersucht, wie sich die MPG im Feld der internationalen Politik positionierte, wann sie mit der Außenpolitik der Bundesrepublik kooperierte, wann sie sich davon abgrenzte und wie sie ihre Rollen als nationaler, europäischer und globaler wissenschaftspolitischer Akteur kombinierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2023
Rezensent Thomas Speckmann findet bei der Zeithistorikerin Carola Sachse die Geschicke und das Wirken der Max-Planck-Gesellschaft in den "politischen Gemengelagen" der Bundesrepublik genau beschrieben. Sachse umreißt laut Speckmann nicht nur präzise die wissenschaftsaußenpolitischen Leitlinien und Interessen der MPG und ihre Grenzen, sondern auch die Herausforderungen, vor die sich die MPG während des Kalten Krieges, nach der Wiedervereinigung und im Zeitalter der Globalisierung gestellt sah. Welche Risiken und Chancen der MPG durch Xis China und Putins Russland begegnen, erörtert die Autorin auch, weiß Speckmann.
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