Dass der Zusammenbruch des ?Dritten Reiches? einerseits, die Gründung und Konsolidierung der Bundesrepublik andererseits die im deutschen öffentlichen Sprachgebrauch gepflegte Semantik tiefgreifend verändert haben, ist keine kühne Hypothese. Elementare politische, rechtliche, ethische und kulturelle Begriffe unterlagen in der Nachkriegszeit einem Bearbeitungsdruck, der sich nicht schon mit der Vermeidung oder förmlichen Tabuisierung spezifisch nationalsozialistischer Begrifflichkeit aufheben ließ. Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu einer kulturbereichsspezifisch differenzierten Vermessung des begriffsgeschichtlichen Schwellenwerts der Nachkriegszeit - ergänzt um Theorieskizzen zum Gegenstand und zur Methode begriffsgeschichtlicher Untersuchungsgänge innerhalb einer kultur- und sozialgeschichtlich aussagefähigen historischen Semantik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2003
Ulrich Raulff zeigt sich begeistert von dem vorliegenden Werk, welches zum 80. Geburtstag Rainhart Koselecks erschienen ist. Anhand des Wortes Staat demonstriert Koseleck die Emanzipation zu einem echten Grundbegriff, von seinen Wurzeln "Stand" und "Status" zu seinem heutigen Gebrauch. Weiterhin werden eine Reihe von politisch-kulturellen Begriffen der Nachkriegsgeschichte wie "Schuld", "Abschreckung" und "Kalter Krieg" untersucht. Ins Schwärmen gerät der Rezensent, als er auf die Überlegungen Hermann Lübbes zur "Wortgebrauchspolitik" zu sprechen kommt. Diese bezeichnet er als gewohnt "scharfsinnig und kurzweilig".
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