Carsten Stroud

Niceville

Roman
Cover: Niceville
DuMont Verlag, Köln 2012
ISBN 9783832196462
Gebunden, 509 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk von Gunsteren. Niceville. Eine Kleinstadt im Süden der USA, idyllisch, altmodisch und noch immer fest in den Händen der Gründerfamilien. Hier lässt es sich leben. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Zehn Tage später wird er gefunden - in einer alten Gruft. Er liegt im Koma. Nick Kavanaugh, der Ermittler, steht vor einem Rätsel. Niceville findet keine Ruhe mehr. Merle Zane und Charlie Danziger überfallen eine Bank und machen sich mit zweieinhalb Millionen Dollar aus dem Staub. Nach einer Meinungsverschiedenheit knallen sie sich gegenseitig ab. Beide überleben schwer verletzt. Niceville wird zu einem Ort ohne Gnade. Während eines infernalischen Wochenendes überschlagen sich die Ereignisse. Liegt ein Fluch über Niceville? Geht er aus von einem mit schwarzem Wasser gefüllten Loch auf dem Felsen über der Stadt? Man sagt, etwas lebt darin. Doch was?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.04.2013

Carsten Strouds "Niceville" wird allenthalben gelobt, weil es so unterschiedliche Genres wie Crime, Horror, Mystery, Geistergeschichte, Thriller und Geschichtsroman vereint, berichtet Burkhard Müller, der diese Artenvielfalt aber nicht nur gelungen findet. Jedes dieser Genres folgt bis zu einem gewissen Grad eigenen Gesetzen, die zuweilen ihren Witz verlieren, wenn man sie unterläuft, die Unterwanderung allein sollte kein Selbstzweck sein, erklärt der Rezensent. Aber auch wenn Müller die "Makro-Ökonomie" des Buches deshalb etwas problematisch findet, die Einzelszenen sind tatsächlich sehr gelungen, lobt er. Da darf ein alternder Cherokee auch mal ein Arschloch sein, "moralisch einwandfreie Indianer" gibt es sowieso zu viele, findet Müller. Dem Übersetzer Dirk van Gunsteren dankt der Rezensent schließlich dafür, dass der diverse Doppeldeutigkeiten und "trickreiche Passagen" auch gelungen ins Deutsche gebracht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2012

Sehnsucht nach Faulkner weckt dieser laut Jochen Schimmang besser denn als Buch als Serien-Script funktionierende Südstaaten-Roman von Carsten Stroud. Die Vorstellung, dass der Band eine Serie einläuten sollte, findet Schimmang allerdings eher beängstigend. Holzschnittartige Figurenzeichnung, Klischees von gewalttätigen Ehemännern und korrupten Polizisten und eine Neigung zu Blut und Boden machen das Buch für den Rezensenten zu einer quälenden, mit Spannung nicht gerade gesegneten Angelegenheit. Vielleicht, meint er, klappt's ja wirklich besser als Serienstaffel.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2012

Handlung pur findet Ulrich Baron in Carsten Strouds erstem Band der "Niceville"-Trilogie. Dass es sich dabei um mehr als einen Thriller handelt, wie der Klappentext wirbt, findet der Rezensent auch, weil dieser Roman Fantasy, Horror, Krimimal- und Südstaatenroman in einem ist, wie er erklärt. Der Plot präsentiert sich in Barons Zusammenfassung einigermaßen verwickelt, es verschwinden Menschen, etwas Böses lauert im Wasserloch und Bankräuber liefern sich wilde Verfolgungsjagden mit der geradezu unnatürlich effektiv arbeitenden Polizei, erfahren wir. Der Rezensent ist auf jeden Fall bis zur letzten Seite absolut gefesselt und lässt sich bereitwillig auf den ständigen Wechsel der Genres ein. Und wer beim Lesen nach mehr sucht als nach atemberaubender Spannung, kann anhand dieses Romans "studieren, wie Genreliteratur funktioniert", wirbt Baron, was sich allerdings, mit Verlaub, doch anhört wie eine Ausrede, um einen ungetrübten Lesegenuss zu rechtfertigen.

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