Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Die Erinnerung an ein Verschwinden - und der Versuch, ein schicksalhaftes Geheimnis zu lüften. Im Mai 1961 stürzt in der algerischen Wüste ein Flugzeug ab. Niemand überlebt. Die Erzählerin erinnert sich an eine Freundin ihrer Eltern, die sie als Kind kennengelernt hatte, von der sie aber nur noch ein altes Foto hat, und die manchmal bei ihnen zu Hause auftauchte, bevor sie für längere Zeit in die Ferne ging. Jedes Mal, wenn sie zurückkehrte, brachte sie einen Hauch von Abenteuer in das Leben des Kindes. Eines Tages kam die Frau, die Stewardess auf jenem Flug war, nicht mehr zurück. Ihr Schicksal beschäftigt die Erzählerin seit Jahren wie eine nie verheilte Wunde. Sie war ihre Patentante, ihre "Reisefee". Doch bei jedem Versuch, sich diesem Geheimnis zu nähern, hat sie das Gefühl, einen verbotenen Bereich zu betreten. Ihre Ermittlungen führen die Erzählerin zu der Annahme, dass der Absturz des Air-France-Flugzeugs vielleicht kein Unfall war. Hatte er politische Gründe ?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2026
Rezensentin Barbara von Machui verfolgt fasziniert den Plot des neuen Romans der französischen Autorin Cécile Wajsbrot, die eine nie vernarbte Kindheitswunde aufarbeitet: den Tod ihrer "Reisefee", einer jungen Stewardess, die 1961 bei einem Flugzeugabsturz in der algerischen Wüste ums Leben kam. Das Verschwinden dieser Frau, die dem verschüchterten Mädchen "Farbe in eine Schwarzweißwelt" brachte, wurde von den Eltern lange verschwiegen, die Absturzursachen nie geklärt. Aus dieser Geschichte webe Wajsbrot einen "kunstvoll verwobenen vielstimmigen Gesang", durchzogen von Referenzen auf Homer, Proust, Kafka, Hitchcock und Gluck. Machui sieht darin einen überzeugenden Schritt auf dem Weg zu neuen Romanformen, auch wenn manche Fäden im dichten Assoziationsteppich unaufgelöst bleiben, schließt die Kritikerin.
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