Aus dem Englischen Ein ungenanntes Land, eine gewöhnliche Diktatur, ein plötzlicher Umsturz: Alle zwei Monate hat der Maler ein neues Porträt des Präsidenten angefertigt, der Koch hat dem Herrscher jeden Sonntag höchstpersönlich den Brunch serviert, und der Barbier traf ihn jeden Nachmittag. Jeder der drei Männer kennt den Präsidenten auf sehr intime Weise, und als es einen Putsch gibt und sie mit dem Staatsoberhaupt gefangen genommen und in die Sommerresidenz in den Bergen gebracht werden, fürchten sie das Schlimmste. Doch der neue Mann an der Spitze nimmt ihre Dienste wieder in Anspruch. Und sogar die Frau des Malers, die Tochter des Kochs und die Geliebte des Friseurs finden sich in dem Palast hoch über der Hauptstadt ein, jede aus einem anderen Grund. Während die alte Ordnung fällt und eine neue entsteht, enthüllen diese Männer und Frauen nach und nach ihre geheimen Leidenschaften, ihre Motivationen und ihre Verbindung zur Macht. Denn keiner von ihnen kann seine Hände in Unschuld waschen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2010
Was genau ist Macht? Nicht viel mehr als ein klebriges Geflecht aus Komplizenschaft und Bosheit. So lernt es Oliver Pfohlmann in diesem Debütroman der aus Südafrika stammenden Autorin Ceridwen Dovey. So schmal das Buch ist, so viel erfährt Pfohlmann über die Korrumpierbarkeit der Menschen und die Dialektik von Herr und Knecht. Friseur und Koch des Expräsidenten lechzen nach einem Stück des frischen Kuchens und liebedienern beim Kommandanten des Putsches. Ja, so geht's, meint Pfohlmann, der vermutet, dass die Autorin hier auch ihre eigene Privilegiertheit unter dem Apartheidsregime verarbeitet hat. "Exzellent", lautet Pfohlmanns Prädikat für dieses Buch, auch wegen seiner "kraftvoll-prägnanten Sprache".
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