Aus dem Englischen von Gunther Geltinger. Erfolgreiche Karrieren, enge Kontakte zur Politik, ein Leben im Luxus - Kimathi und seine Freunde scheinen nach gemeinsamen Jahren im Exil in Tansania und Angola, wo sie der bewaffnete Kampf gegen die Apartheid einte, ihr Ziel erreicht zu haben. Seit ihrer Rückkehr nach Johannesburg 1994 genießen sie, worauf sie Lust haben: Frauen, teure Autos, Alkohol, Designerkleidung. Als eingeschworene ehemalige Kampfgenossen schanzen sie sich im neuen Südafrika große Aufträge und Jobs zu. Doch Kimathi Titos Welt hat Risse, seine Ehe ist kaputt, gesundheitliche Probleme machen ihm zu schaffen, geschäftlich wird die Verlässlichkeit der Freunde immer fragwürdiger. Verräter in den eigenen Reihen? Durch diese äußeren Risse sickern Visionen, Träume, Angstzustände, in rätselhaften Frauengestalten wird er von einem Geist heimgesucht. Mit der Hilfe eines angesehenen traditionellen Heilers will sich Kimathi dieser Qualen entledigen. Niq Mhlongo verschränkt die Erzählung von Kimathis Leben mit ständigen Rückblicken auf die Exilzeit, in der mörderische Angriffe, Folterverhöre und Machtexzesse an der Tagesordnung waren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2015
Irene Binal hat Einwände gegen Niq Mhlongos Roman. Allzu schleppend und simpel beginnt ihr das Buch mit der Schilderung der Verwandlung eines Anti-Apartheid-Kämpfers zum skupellosen Lebemann, den schließlich doch die magische Stammestradition einholt. Dass sich der Text zwischen Spukgeschichte und Gesellschaftsporträt nicht entscheiden kann, scheint Binal gleichfalls nicht zu gefallen. Die Gegenüberstellung von Traditon und Materialismus verbunden mit dem Thema Schuld und Sühne findet sie hingegen spannend und amibitioniert. Auch wenn das Buch hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, gute Literatur mit Nachhall ist es für sie allemal.
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