Aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer. Be`ers autobiographischer Künstler-Roman schildert die Reifung eines Kindes und jungen Mannes zum Schriftsteller. Angeregt besonders durch zwei ungewöhnliche Frauen - Großmutter und Mutter - entfaltet sich seine Identität in einem Milieu, das weltliche Profession ebenso verdammt wie künstlerisches Genie: dem ultra-orthodoxen Viertel Mea Schearim im Jerusalem der fünfziger und sechziger Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2000
Ziemlich angetan ist Elenore Frey von diesem Roman. Das Motiv - die Schwierigkeit, ein stabiles Zuhause mit den "Bemühen um Tradition und Zukunft" in Einklang zu bringen - zieht sich nach Freys Einschätzung in verschiedenen Variationen durch den ganzen Roman. Der Protagonist beschreibt dieses Bemühen in drei Teilen am Beispiel seines Werdegangs und am Beispiel seiner Mutter und Großmutter. Dabei schafft er es, "statt einer fest umrissenen Gestalt einen wahren Wirbelsturm wechselnder Erscheinungen durch die bildhaft einprägsame Welt des Romanes zu führen". Was Be`er da erzählt, lässt sich in den Augen des Rezensenten auch auf die allgemeinere Ebene der Geschichte Israels übertragen. Frey lobt auch die Arbeit der Übersetzerin Anne Birkenhauer, der es gelungen sei, Be`ers Fähigkeit "beim Schreiben die `Farbe des Lebens selber` einzufangen", ins Deutsche zu übertragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2000
Egon Schwarz findet zwar, dass sich diese Erzählung langsam anlässt, aber "schließlich entfaltet sie ihre prächtigen Segel". Besonders gefällt ihm die Beobachtungsgabe des Protagonisten, und obwohl die Geschichte äußert facettenreich ist (nicht nur durch die ganz verschiedenen Einflüsse von Mutter und Großmutter, sondern auch durch die zahlreichen anderen Figuren, Handlungen und Ereignisse sowie durch die Schilderung des Lebens in Jerusalem), so ist es dem Autor nach Schwarz offenbar durchaus gelungen, sie nicht als übervoll erscheinen zu lassen. Beeindruckend findet der Rezensent, wie der Autor - trotz oder gerade durch - seine genauen Milieukenntnisse den "universalen Charakter" erfasst hat. So wird es, wie er resümiert, auch Lesern von ganz anderer Herkunft möglich, "diese essentiell jüdische Geschichte als eigene" zu erleben und sich von ihr berühren zu lassen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…