Charles Foster

Der Geschmack von Laub und Erde

Wie ich versuchte, als Tier zu leben
Cover: Der Geschmack von Laub und Erde
Malik Verlag, München 2017
ISBN 9783890292625
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Was fühlt ein Tier, wie lebt es und wie nimmt es seine Umwelt wahr? Um das herauszufinden, tritt Charles Foster ein faszinierendes Experiment an. Er schlüpft in die Rolle von fünf verschiedenen Tierarten: Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler. Er haust in einem Bau unter der Erde, schnappt mit den Zähnen nach Fischen in einem Fluss und durchstöbert Mülltonnen auf der Suche nach Nahrung. Er schärft seine Sinne, wird zum nachtaktiven Lebewesen, beschreibt wie ein Weinkenner die unterschiedlichen "Terroirs" von Würmern und wie sich der Duft der Erde in den verschiedenen Jahreszeiten verändert. In die scharfsinnige und witzige Schilderung seiner skurrilen Erfahrungen lässt er wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen. Letztendlich geht es dabei auch um die eine Frage: Was es bedeutet, Mensch zu sein.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.02.2018

Das ist vollkommen verrückt! Das macht Spaß!, denkt sich Rezensentin Katharina Granzin zur Lektüre von Charles Fosters ungewöhnlichem Selbstbericht. Der Biologe/Mediziner/Jurist/Schriftsteller ist ein überaus seltsamer Mensch mit überaus seltsamen Ideen, erklärt Granzin, jedoch nicht die unzugängliche Art von seltsam, sondern die interessante und unterhaltsame. In seinem Buch "Being a Beast", das im Deutschen den, wie die Kritikerin findet, "Nonsens-Titel" "Der Geschmack von Laub und Erde" abbekommen hat, berichtet er von einer Reihe von Selbstversuchen, deren Zweck es ist, sich möglichst nah an das Leben, Denken und Fühlen der Tiere anzunähern. Die einzelnen Kapitel, in denen er mal davon erzählt, wie er in einem Bau lebte und Regenwürmer aß und mal davon, wie er auf einem Londoner Hinterhof mit seiner Nase den Abfall durchwühlte, variieren in ihrer Erzählweise, wobei seine Sprache umso bildlicher und assoziativer wird, je mehr ihm die "Entgrenzung" gelingt, lesen wir. Dieses Buch ist kein Buch über Tiere, sondern über die "Existenzmöglichkeiten der Spezies Mensch", meint die faszinierte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.03.2017

Mit einer Sympathie, die wohl nicht jeder Leser teilen dürfte, bespricht Sylvia Staude dieses Buch, Der Brite Charles Foster versucht darin eine Art Abbitte für seine frühere Jagdleidenschaft zu leisten, indem er - so gut es geht - nacheinander wie ein Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler zu leben. Das ist streckenweise amüsant, so Staude, und auch ein sympathischer Versuch, Natur und Menschen besser zu verstehen. Etwas zwiespältig wird es für Staude, wenn der Autor einerseits dafür plädiert, naturverbundener zu leben, er die Natur aber immer dann ablehnt, wenn sie ihm zu ungemütlich wird. Dass Ottern beispielsweise viel töten, weil sie viel fressen müssen, ist Foster dann doch ein bisschen zu, äh, tierhaft. Die Rezensentin hat das nur am Rande gestört.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2017

Claudia Fromme labt sich an Charles Fosters Selbstversuch als Dachs, Otter, Hirsch und Mauersegler. Wie es sich anfühlt, als Tier unter Tieren zu leben, kann die Rezensentin hier ganz bequem vom Sessel aus nachempfinden, während der Autor selbst furchtlos durch Dachslöcher kriecht, in Flüssen nach Fischen taucht oder sich wie Wild von einem Hund hetzen lässt. Auch wenn Wissenschaftler bei all dem die Nase rümpfen, für Fromme birgt derlei kindlich freie Feldforschung vorzügliche, humorvolle und gar lebenspraktisch nutzbare Unterhaltung und allerhand Wissenswertes über das Leben im Unterholz.

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