Als erster ständiger Begleiter des Menschen ist der Hund mit der Geschichte der Menschheit untrennbar verbunden. Bereits in den frühen Hochkulturen Ägyptens, Babylons und Assyriens und bei den alten Griechen und Römern war er Jagdgenosse, Wächter und Mitstreiter in Kriegen. Die Leistungen der Hunde bei der Eroberung der Erde durch den Menschen beschränkten sich nicht auf Antike, Mittelalter und beginnender Neuzeit. Im vergangenen Jahrhundert war die Entdeckung sowohl des Nord- als auch des Südpols ohne den Einsatz der Schlittenhunde nicht möglich, und das erste Lebewesen im Weltraum war weder ein Mensch noch ein Affe, sondern ein sibirischer Hund. Die viele Jahrtausende dauernde Geschichte der Überlebensgemeinschaft von Hund und Mensch ist jedoch nicht nur von beiderseitiger Freundschaft und Liebe, sondern auch von Grausamkeit und Unbarmherzigkeit, Leiden und Tod gekennzeichnet. Sie ist im Gutem wie im Bösen ein Abbild menschlicher Kulturentwicklung. Die Geschichte der Beziehung von Hund und Mensch bietet außerdem einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Lösung der Frage nach dem Bewusstsein der Tiere.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004
Michael Adrian hat etwas dazugelernt: Der Mensch ist ein Rudeltier, denn die Organisation in sozialen Zusammenhängen hat er sich von den Wölfen abgeschaut. Erstaunlich, was neuere Forschungen so offenbaren, zum Beispiel die Gleichzeitigkeit von "Hominisation" und "Canisation". Mit anderen Worten: Die Menschwerdung des Affen bedurfte der Kooperation mit der anderen Art, die ihn bis heute treu begleitet. Nach der Lektüre von Oesers Buch ist sich der Rezensent allerdings sicher, dass die Hunde ihre evolutionäre Beihilfe teuer bezahlt haben; denn was vordergründig als Kulturgeschichte daherkäme, entpuppe sich als unrühmliche Chronik, denn in erster Linie erzähle Oeser "im Rahmen eines historischen Bilderbogens, der vom Hund als Wach-, Kampf- und Arbeitshund, als Versuchskaninchen, Nahrungsmittel und Eroberer handelt und seine Stellung zu Griechen und Adligen, zu Frauen und Polarforschern vermißt, eine Geschichte menschlicher Grausamkeit." Das spricht gegen den homo sapiens, aber für die Lektüre dieses Buches.
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