Goethe kommt zurück aus der Schweiz und hat zu Hause in Weimar plötzlich eine Schreibblockade. Da kann sein kleiner Sohn August noch so still sein und seine Frau Christiane noch so liebevoll um sein Wohl besorgt. Ausgerechnet sein Schwager Christian August Vulpius, ebenfalls Schriftsteller und von Goethe verachteter Viel- und Lohnschreiber, kommt ihm in dieser Situation zu Hilfe. Zu einer Hilfe, die Goethe nicht will und doch dringend braucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.01.2024
Rezensent Rainer Moritz findet, die Goethe-Forschung dürfe sich ruhig mal von Charles Lewinsky inspirieren lassen. So menschlich und komisch wie bei diesem Autor ist ihm der Weimarer Dichterfürst lange nicht begegnet. Indem Lewinsky Goethe an einer veritablen Schreibblockade laborieren lässt und ihn in misslichen erotischen Situationen zeigt, bringt er uns den Olympier auf unerschrockene Weise nahe. Alles andere als Schall und Rauch, nämlich äußerst unterhaltsam, findet Moritz.
Rezensent Michael Köhler hat was zu lachen mit Charles Lewinsky Goetheparodie. Ein Antikünstlerroman ist dem Autor damit gelungen, der auch in Richtung des heutigen Kreativitätsdiktats feuert, findet er. Goethe ein veritables Verdauungsproblem und eine ebensolche Schreibblockade anzudichten, erscheint Köhler ziemlich komisch. Kunstvoll ist Lewinsky auch, versichert er, und in seinen nachgeahmten Versen nahezu klassisch (oder hat KI die Finger im Spiel?). Eine Kulturdiagnose der Goethezeit mit satirischem Biss, meint Köhler.
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