Dietrich Bonhoeffer, das ist der große, anständige Theologe im Widerstand gegen Hitler, einer der Heiligen des 20. Jahrhunderts! 70 Jahre nach seinem Tod scheint seine Geschichte erzählt, sein Leben begriffen zu sein. Aber: Stimmt das auch? Charles Marsh blickt hinter die Verklärung Bonhoeffers und bringt in seiner kritischen Biografie dessen Fremdheit neu zur Geltung. Ein intimes und überraschendes Porträt von einem verletzlichen und witzigen, erfolgsverwöhnten und zweifelnden, entschlossenen und doch immer wieder zaudernden Mann auf dem Weg zu sich selbst. Fesselnd und unterhaltsam erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.03.2015
Matthias Drobinski gefällt der Ansatz des Theologieprofessors Charles Marsh. Dietrich Bonhoeffer anhand seiner im Nachlass lagernden Tagebücher, Fotos und Unterlagen als Suchenden und Zweifelnden zu zeichnen, scheint ihm ergiebig. Für den Rezensenten entsteht so eine detailreiche, lebendige Lebensbeschreibung eines Mannes, der sich zum Nazigegner entwickelt. Leider geht der Autor in seiner Darstellung des Fremdartigen und Besonderen etwas zu weit, meint Dobrinski, zu Lasten einer durchaus vielfältigeren Widerstandsgeschichte innerhalb der Kirche. Dass der Autor es für nötig befindet, über Bonhoeffers sexuelle Präferenzen zu spekulieren, scheint ihm außerdem überflüssig.
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