Aus dem Englischen von Ruth Keen und Erhard Stölting. Hitlers "Drittes Reich" war die populärste Diktatur des 20. Jahrhunderts. Millionen Deutsche jubelten, während Zehntausende, dann Millionen und schließlich die ganze Welt litt. Das Regime war gerissen genug, die Menschen mit Versprechungen und Schmeicheleien für sich einzunehmen, und brutal genug, sie mit Terror, Folter und Morden das Fürchten zu lehren. Einem solchen Regime Widerstand zu leisten war selten, und es war gefährlich. Zwei höchst außergewöhnliche Männer, Hans von Dohnanyi und sein Schwager Dietrich Bonhoeffer, haben es dennoch getan. Was sie dazu bewogen hat, warum sie von Anbeginn genau wussten, mit wem sie es zu tun hatten, wie sie den Weg zum Handeln fanden und am Ende für ihre Überzeugungen ihr Leben ließen - dem gehen Elisabeth Sifton und Fritz Stern in diesem Doppelportrait nach. Sie setzen zwei Helden gleichermaßen ins Recht, von denen der eine weltberühmt ist, während der andere zu unrecht in seinem Schatten steht. Und sie zeigen, was außergewöhnliche Menschen von gewöhnlichen - damals und immer - unterscheidet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2014
Einen durchaus gelungenen Essay über Dietrich Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi legen Elisabeth Sifton und Fritz Stern mit ihrem Buch "Keine gewöhnlichen Männer" vor, freut sich ein sehr angetaner Ulrich Schlie. Die beiden Essayisten haben eine bündige, aber dafür umso prägnantere Doppel-Biografie verfasst, die sie durch eigene treffende Urteile und Deutungen ergänzten, meint Schlie, und so ermöglichen sie es dem Leser, den Lebensweg der beiden Widerstandskämpfer nachzuvollziehen. Der Rezensent freut sich offensichtlich darüber, dass dank dieser fundierten Arbeit, zwei Protagonisten der deutschen Geschichte ins Gedächtnis gerufen werden, die auf Grund ihrer Urteilskraft und Willensstärke als Vorbilder heutiger Generationen dienen sollten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013
Zweierlei versucht das Ehepaar Elisabeth Sifton und Fritz Stern mit ihrem Buch "Keine gewöhnlichen Männer" zu leisten, berichtet Cord Aschenbrenner: sie wollen einmal mehr an den nicht-militärischen deutschen Widerstand gegen Hitler erinnern, von dem sie vermuten, dass er für viele nur noch in Schlagworten und -daten besteht, und sie wollen einen Mann aus dem Schatten seines bekannteren Schwagers Dietrich Bonhoeffer helfen: Hans von Dohnanyi, erklärt der Rezensent. Dohnanyi sei es gewesen, der Bonhoeffer aus der innerkirchlichen Opposition gegen die Deutschen Christen in den staatlichen Widerstand geholt hat, erfährt Aschenbrenner von Sifton und Stern. Darüberhinaus war Dohnanyi an mehreren Verschwörungen zur Beseitigung Hitlers beteiligt und fertigte eine akribische "Chronik der Untaten" des nationalsozialistischen und des sowjetischen Regimes gegen die Juden an, auch er starb im Konzentrationslager, fasst der Rezensent zusammen. Erinnert gehören beide, findet Aschenbrenner.
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