Eileen Gray war eine der wenigen Frauen, die sich in der Männerdomäne der Modernen Architektur und des Möbeldesigns einen Namen gemacht hat. Ihr berühmt gewordener Adjustable Table etwa wird als "Design-Ikone des 20. Jahrhunderts" bezeichnet. Mit 93 Jahren erlebte Eileen Gray noch den Beginn eines späten Ruhms: In London fand 1972 die erste große Ausstellung statt, die der Designerin und Architektin allein gewidmet war. Charlotte Kerner erzählt die Lebensgeschichte einer aufregenden, außergewöhnlichen Frau.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Katharina Mütter ist begeistert von Charlotte Kerners "profund recherchiertem" kleinen Band über Eileen Gray und ihr Werk. Das nur 280 Seiten starke Buch schaffe es, staunt die Rezensentin, "neben all den wissenswerten Daten und Fakten, neben interessanten Analysen, Beschreibungen und Interpretationen" zugleich wie ein Roman zu wirken und sich auch so zu lesen. Das ist nicht wenig, und so fällt es der Rezensentin auch schwer, das Buch in eine Kategorie zu pressen, denn es ist so vieles zugleich, eine "aufregende" Zeit-, Kultur-, Architektur-, Design- und Lebensgeschichte. Und als wäre das nicht genug, gelingt es Kerner nach Ansicht von Mütter auch vorzüglich, sich der Persönlichkeit Grays zu nähern, ohne sie je persönlich getroffen zu haben. Einziger Wermutstropfen: die wenigen Bilder.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 28.11.2002
Charlotte Kerners "außerordentlich intensive Biografie" der Designerin Eileen Gray passt nach der Ansicht von Reinhard Osteroth sehr gut in die "ehrgeizige" biografische Reihe von Beltz & Gelberg. Kerner erzählt die Lebensgeschichte der unkonventionellen und einflussreichen Gestalterin für ein jugendliches Publikum neu, von der kalten Kindheit bis zum hellen Haus am Meer. Dabei verzichtet sie auf umfangreiche Exkurse zur Revolution der Architektur am Anfang des 20. Jahrhunderts, was dem Buch laut Osteroth eher gut tut, denn die Konzentration auf Eileen Gray rechtfertige sich durch ihr reichhaltiges und faszinierendes Leben, aus dem sich vieles Zeitgeschichtliche zwanglos von selbst ergebe. Und obwohl sich Osteroth mehr Zeichnungen gewünscht hätte, fällt sein Resümee wohlwollend aus: "Ein leises Buch, das voller Überraschungen steckt."
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