Anna-Lülja Praun zählt zu den wichtigen Persönlichkeiten der österreichischen Architektur des 20. Jahrhunderts. Sie wurde 1906 in St. Petersburg geboren, verbrachte aber ihre Kindheit und Jugend in Sofia. 1924 begann sie als eine der ersten Frauen in Graz ein Architekturstudium. Im Atelier von Clemens Holzmeisler zeichnete sie an Plänen für das Festpielhaus in Salzburg und an Projekten für Ankara. 1952 eröffnete sie ein eigenes Atelier und arbeitete bis 1959 in dem von Josef Frank gegründeten Einrichtungshaus Haus & Garten. Mit ihren Arbeiten schuf sie eine Brücke zwischen der Tradition des Wiener Möbels und der Moderne. Zu den bekanntesten Werken zählen eine Sitzbank für Herbert von Karajan, der Hausumbau für György Ligeti oder die Wohnung für den Pianisten Alfred Brendel. Das Buch gibt einen umfassen Überblick über die Arbeiten von Anna-Lülja Praun und stellt ihre Werke in eine kulturhistorische Perspektive.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2001
Gabriele Reiterer zählt die Innenarchitektin Anna-Lülja Praun, die am 29. Mai 2001 ihren 95. Geburtstag feiert, zu den Vertretern der "Wiener Raumkunst", die tief in der kunstgewerblichen Tradition verwurzelt sind. Handwerkliches Geschick verbindet sich mit individualistischer Sichtweise, meint Reiterer, was sich oft in der Wahl von sehr ungewöhnlichen Materialien niedergeschlagen habe. Die Rezensentin erwähnt ein Sofa aus Hirschleder für Herbert von Karajan, das mittlerweile ebenso legendär sei wie das von Praun entworfene Dirigierpult für György Ligeti. "Auratische Kostbarkeiten" nennt Reiterer Prauns Objekte der modernen Wohnkultur, die alle in einer kleinen Publikation anlässlich einer Werkschau der Architektin und Designerin versammelt sind.
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