Aus dem Französischen von Milena Adam. Charly Delwart stellt sich Fragen über Fragen. Wie viel Quadratmeter Pizza hat er im Laufe seines Lebens gegessen? Wie viel Quadratmeter Wohnfläche hätte er sich mit dem Geld, das er für seine Psychoanalyse ausgegeben hat, in New York oder Berlin kaufen können? Wie ist das Verhältnis zwischen Büchern, die er zu Ende gelesen, und Büchern, die er abgebrochen hat? Und wie hat sich seine Körperbehaarung in den letzten zwanzig Jahren entwickelt? An seinem vierundvierzigsten Geburtstag beginnt Charly Delwart eine Autobiografie der ganz besonderen Art. Was wäre, fragt er sich, wenn die Zahlen, die in unserer heutigen Welt überall präsent sind, auch seine eigene Existenz beleuchten und ihm helfen könnten, sich selbst besser zu verstehen? Im Zeitalter von Big Data erfasst er "little data" seiner Existenz, um zu sehen, ob sie etwas darüber aussagen können, wer er war und wer er heute ist. Sein reich und urkomisch illustriertes Buch ist überraschend und verstörend, witzig und tragisch. Der Versuch eines ewig Neugierigen, die Welt zu begreifen, ihr einen Sinn zu geben, sich dabei möglichst anständig zu verhalten und weitgehend katastrophenfrei durch die eigene Biografie zu navigieren, wird hier akkurat dokumentiert und zugleich unterlaufen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.08.2022
Wie setzt man ein Leben ins Verhältnis? Mit Philosophie. Oder mit Zahlen. Letzteres hat der belgische Autor und Filmemacher in seinem experimentellen Buch versucht, das zu Hälfte aus Zahlen und Diagrammen besteht, und zur Hälfte aus Anmerkungen, erzählt Rezensent Gerrit Stratmann. Intelligenzquotient und CO2-Ausstoß werden abgewogen, oder die Auswirkungen des Klimawandels auf einen EU-Bürger. Das hat manchmal etwas zen-haftes, findet Stratmann. Aber das reizvollste am Buch besteht für ihn in der Inspiration, die den Leser immer wieder fragen lässt: Wie ist das bei mir? Wer gern assoziert, wird mit diesem Buch nach Ansicht des Rezensenten viel Freude haben.
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