Aus dem Koreanischen von Kang Yeo-Kyu und Uwe Kolbe. "Das Werk von Hwang Chi-Woo ist geeignet, ein Tor zu öffnen, das bisher nur angelehnt stand", heißt es im Nachwort des Lyrikers Uwe Kolbe, der sich als Generationsgefährte sieht. Natürlich markieren die Erfahrungen mit der Diktatur, das Leben in einem geteilten Land Parallelen in den Biographien beider Dichter, aber vor allem ist es der moderne Zugriff Hwang Chi-Woos auf seine Stoffe, der ihn für deutsche Leser direkter, unvermittelter zugänglich erscheinen läßt als andere seiner Landsleute. "Es hat den Anschein, als spräche er auch auf uns Europäer zu. Als seien die Veränderungen in der südkoreanischen Gesellschaft, wie dieser Autor sie am eigenen Leibe erfahren hat, Motor für eine freiere und vielfältigere Sprache geworden."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2006
Der Gedichtband des bedeutendsten koreanischen Autors vermittelt dem Leser einen guten Eindruck von dessen Vielseitigkeit: angefangen von den "rätselhaften, filigranen" Beobachtungen wie dem titelgebenden "Die Schatten der Fische" bis hin zur "sardonischen Klage" über das Vergehen in "Der lange, arge Weg", findet Marion Löhndorf. Nicht nur die Kulturen stießen bei Hwang Chi Woo aufeinander, auch Moderne und Tradition: "nicht unvereinbar, aber der Autor gibt sein Missfallen an einer Welt, deren romantische Winterwälder von Radarstationen und Coca-Cola-Werbungen gesäumt sind, deutlich zu erkennen". Gerne setzt der Dichter die üblichen Wertungen außer Kraft: Krankheit werde zum Normalzustand, das Vitale wirkt grotesk. Im Stilistischen trete der Hang zum Gegensätzlichen ebenfalls deutlich hervor. Gehobener und umgangssprachlicher Ton wechseln sich ab und gehen ebenso "elegante und komplizierte" Verbindungen ein, konstatiert Löhndorf. Die Stimmung sei "meist schwermütig, manchmal weltverdrossen", die Rezensentin registriert aber zu ihrer Freude auch eine Neigung zu Witz und Selbstironie.
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